Evivo Düren: Sebastian Gevert hat rasante Entwicklung hinter sich

Von: Guido Jansen
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Dürens wichtiger Angreifer schlägt zu: Sebastian Gevert hat in den vergangenen Jahren eine enorme Entwicklung hinter sich. Allerdings sieht er bei sich selbst noch Steigerungspotenzial. Foto: Jansen

Düren. Vor zwei Jahren hat sich Michael Overhage, der damalige Manager des Volleyball-Bundesligisten Evivo Düren, erstaunt die Augen gerieben. Den Namen Sebastian Gevert kannte er nämlich bestens. 2007 haben die beiden beim Regionalligisten Fortuna Bonn gespielt. „Er hatte dünne Beine und war sonst zu dick“, beschrieb der Manager seine Eindrücke aus der gemeinsamen Zeit auf dem Feld.

Um so größer war Overhages Erstaunen, als er den Chilenen mit deutschen Wurzeln im Frühjahr 2011 erneut getroffen hat. Der Manager war auf Spielerbeobachtungs-Tour in Spanien unterwegs. Und er hätte den einstigen Mitspieler, der mittlerweile das Trikot von Mallorca trug, fast nicht wiedererkannt. „Ein echtes Kraftpaket. Der Junge hat sich schwer gemacht“, so Overhages Einschätzung damals. Ein Jahr später, am Ende der enttäuschenden Saison 2011/12, vermeldete Evivo schließlich Geverts Verpflichtung. Der Wechsel des Mannes, der gerade in Portugal mit Espinho Meister und selbst bester Angreifer der Liga geworden war, sollte ein erster Lichtblick nach einem trüben Jahr werden.

Heute ist Sebastian Gevert der wichtigste Angreifer in einem Evivo-Team, das sein Publikum wieder begeistert. Am Samstag startet das Playoff-Viertelfinale für Gevert und seine Mitstreiter mit dem ersten Spiel gegen den großen Favoriten VfB Friedrichshafen. Düren muss um 19.30 Uhr erst am Bodensee antreten. Das Rückspiel steigt am 23. März um 19.30 Uhr in der Arena Kreis Düren. Der 24-Jährige hat kein Problem damit, dem deutschen Vorzeige-Club aus Friedrichshafen eine Kampfansage zu machen. „Wenn wir als Team und mit Leidenschaft spielen, dann können wir sie schlagen“, sagt der Linkshänder.

Ein wenig staunt Gevert allerdings nach wie vor darüber, dass er jetzt der Spieler ist, auf den sich eine internationale Spitzenmannschaft wie Friedrichshafen konzentriert. „Wenn ich an 2007 denke – da war ich wirklich noch nicht so weit. Da habe ich vielleicht etwas zu viel gegessen“, sagt der Angreifer heute und muss dabei lächeln. „Damals habe ich aber entschieden, Profi zu werden.“ Irgendwie war der Weg vorgezeichnet. Der Vater hat früher in der Bundesliga gespielt, der Onkel und der Bruder auch. „Ich bin mit dem Volleyball geboren worden. Einen anderen Sport kann ich mir nicht vorstellen.“ Für den Sport mit der gelb-blauen Lederkugel hat Gevert auf vieles verzichtet. Darauf, die Familie in Chile regelmäßig zu sehen, auf Freunde, auf Partys und auf Essen. Am Ende seiner Entwicklung angekommen sieht sich der Zwei-Meter-Mann noch lange nicht. Der Mann mit dem harten Schlag im linken Arm will athletischer werden. Und stabiler. Vor allem zwischen Ohren. „Ich will oft zu viel. Dann verkrampfe ich.“ Das ist ihm in dieser Saison hin und wieder passiert. Dann hat Trainer Michael Mücke den 24-Jährigen vom Feld genommen und den Dänen Peter Lyck Hansen gebracht.

Glücklich ist Gevert mit solchen Situationen nicht. Das verbietet ihm sein südamerikanischer Machismo. Sebastian Gevert will lieber wie ein Derwisch mit geballter Faust über das Spielfeld springen, wenn er Punkte bejubelt, statt in der Auswechselzone zu stehen und wohl dosierten Applaus zu spenden. Auch das muss er lernen. Denn erstens ist Hansen auf Augenhöhe. „Außerdem kommt es nicht darauf an, wer die Punkte macht. Alles, was zählt, ist die Mannschaft.“ Nur als Team könne Düren im Viertelfinale gegen den Favoriten Friedrichshafen bestehen. „Einer alleine kann da nichts reißen. Wir müssen als Mannschaft stark sein.“ Von der hält er viel. „Evivo ist das beste Team, für das ich gespielt habe. Ich fühle mich sehr wohl.“

In den vergangenen Jahren hat der Chilene die Mannschaft nach einer Saison gewechselt. In Düren will er bleiben.

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