Evivo: Als der letzte Block die Arena in ein Tollhaus verwandelte

Von: Franz Sistemich
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Vor drei Jahren bejubelten Evivos Volleyballer – zum Beispiel Fabian Kohl und Sebastian Kühner (von links) – den Halbfinalsieg über Friedrichshafen. Morgen erwartet das „neue“ Evivo-Team die Häfler im Viertelfinale.

Düren. Die Arena Kreis Düren erbebte in ihren Grundfesten. 2700 Zuschauer klatschten, johlten, sangen. Gassenhauer wie „Viva Colonia“ dröhnten durch den Volleyball-Tempel. Fans und Spieler skandierten: „Finale hohoho.“ Der 30. Dezember des Jahres 2009 war ein Tag, an dem in Düren wieder ein Stück Volleyball-Geschichte geschrieben wurde.

Zweieinhalb Jahre nach der Niederlage gegen den VfB Friedrichshafen im Pokalfinale von Halle (Westfalen) nahm Evivo Revanche: Im Halbfinale besiegten Mannschaftskapitän Jan Umlauft und seine Mitstreiter die Häfler 3:1 (25:22, 14:25, 25:16, 25:22).

Etwas über zwei Monate später kassierten die Volleyballer eine bittere Final-Niederlage im Westfälischen: 2:0 führten sie gegen Generali Haching nach Sätzen, dann aber drehten die Münchner Vorortler noch die Partie. Dürens Fans feierten ihr Team trotzdem enthusiastisch.

Am Mittwoch wollen Trainer Michael Mücke, Spielführer Jaromir Zachrich und Teamkollegen in die Fußstapfen der Trainer Mirko Culic und Sven Anton und der Spieler wie die Mannschaftskapitäne Ilja Wiederschein und Jan Umlauft treten. Um 19.30 Uhr erwartet Evivo Düren wieder den VfB Friedrichshafen. Der kommt als Titelverteidiger zum Viertelfinalspiel an die Rur.

Die Mannschaft von Stelian Moculescu steht unter Zugzwang: In der Champions League droht ihr das Aus, in der Bundesliga verlor sie am Wochenende bei Generali Haching und kassierte beim Vizemeister nach der Verlustpartie zum Saisonauftakt bei den Berlin Recycling Volleys die zweite Niederlage.

Und weil der Pokalwettbewerb der schnellste Weg in einen europäischen Wettbewerb ist, werden die Häfler mit ihrem Ex-Dürener Mittelblocker Max Günthör hoch motiviert in die Arena kommen.

Konzentriert bis in die Haarspitzen waren die Gäste auch vor drei Jahren. Doch Evivo schöpfte Selbstvertrauen aus dem Pokaltriumph über Berlin. Im Viertelfinale hatten sie die Volleyballer aus Charlottenburg aus dem Pokalwettbewerb geschmettert.

Im Halbfinale wenige Wochen später packten sie die Gelegenheit wieder beim Schopf. Die Zuschauer überboten die Stimmung bei den schon legendären Finalpartien des Jahres 2006 gegen den VfB um einiges. Dürens Volleyballer zeigten mit dem VfB in den beiden ersten Sätzen ein „komisches Spiel mit vielen Fehlern“, wie der damalige Kapitän Jan Umlauft befand.

Der Außenangreifer verspürte während der gut 120 Minuten am vorletzten Tag des Jahres 2009 mehrmals eine Gänsehaut und im vierten Satz einen zusätzlichen Adrenalinschub. Und dann kam eine weitere Szene, die die Gemüter erhitzte: Nikolai Kracht blockte den letzten Angriff der Häfler. Ins Aus? Oder doch auf die Linie? Die Referees werteten den umstrittenen Ball zum 25. Punkt für Düren. Die einheimischen Fans und Volleyballer verwandelten die Arena in ein Tollhaus.

Auf die Anhänger setzen Evivos Volleyballer auch morgen. Und auf einen anderen Umstand: „Der VfB wird noch nicht so eingespielt sein wie im späteren Saisonverlauf. Das sollte wir versuchen auszunutzen“, sagte Dürens Mittelblocker Georg Klein.

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