„Evita“: Die Faszination einer skrupellosen Frau

Von: kel
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Auf der Dürener Bühne: Erste Begegnung zwischen Evita Duarte (Stephanie Theiß) und Juan Peron (Michael Hiller). Foto: Axel Keldenich

Düren. Als Eva Peron 1952 starb, waren die ältesten unter den Besuchern im ausverkauften Haus der Stadt gerade mal im Teenageralter. Dennoch geht von der charismatischen Frau mit dem Kosenamen Evita eine Faszination aus, die bis heute wirkt.

So auch auf den genialen Musical-Komponisten Andrew Lloyd Webber und den Librettisten Tim Rice, die das 1978 uraufgeführte Musical „Evita“ erschufen, das jetzt vom Ensemble des „Alten Schauspielhauses Stuttgart“ in Düren aufgeführt wurde. Die Inszenierung stammt von Ulf Dietrich, der in Düren und im Aachener Raum mit seinen Arbeiten am Grenzlandtheater Aachen Erfolge feierte.

Er lässt das Stück mit einer Rückblende in ein Kino in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires beginnen, in dem der Tod der Präsidentengattin verkündet wird. Aus der stillen Trauerstimmung heraus beginnt ein Rückblick auf ihre Lebensgeschichte, kommentiert vom Erzähler Che. Manuel Lopez lässt ihn sehr einfühlsam die einzelnen Entwicklungsschritte kritisch erläutern.

In der Titelrolle glänzt Stephanie Theiß, die das Mädchen und die überaus ehrgeizige und skrupellose junge Frau Eva Duarte aus kleinsten Verhältnissen ebenso glaubhaft verkörpert wie die spätere machthungrige Frau. Ihr unbeugsamer Wille, das Heimatdorf zu verlassen und auf die Bühne der Hauptstadt zu kommen unterstreicht sie im Lied „Buenos Aires“. Mit „Ich wäre wirklich gut für dich“ erobert sie den Obristen Juan Peron (Michael Hiller). Den meisten Applaus gibt es nicht unerwartet für den Welthit und Evergreen „Don’t cry for me Argentina“.

Das Tanzensemble untermalt mit temperamentvollen Darbietungen die Kapitel der Lebensgeschichte. Das neunköpfige Live-Orchester unter der Leitung von Heiko Lippman meistert das komplett durchkomponierte Stück – es gibt keinerlei gesprochene Textpassagen - souverän. Das ebenso aufwändige wie eindrucksvolle Bühnenbild verlangt den Akteuren auch zwischen ihren Auftritten eine Menge Arbeit ab. Anders als im Stuttgarter Stammhaus, wo Bühnenarbeiter dies übernehmen, bewegen sie die schweren einzelnen Teile während des Stücks mehrfach von Hand.

Nach dem eindrucksvollen Schlussbild mit der sterbenden Evita gibt es vom Publikum den verdienten längeren Applaus.

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