Evangelischen Kirche: Im Auftrag Gottes den Alltag verbessern

Von: heb
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Jens Sannig ist Superintendent des Kirchenkreises Jülich, zu dem die Kreise Düren und Heinsberg sowie die Stadt Eschweiler zählen.

Kreis Düren. „Heute sind wir als Kirche nur noch einer von vielen gesellschaftlichen Akteuren“, weiß Jens Sannig, Superintendent des Kirchenkreises Jülich der Evangelischen Kirche. Was sich wie eine Klage anhören könnte, versteht Sannig mehrheitlich positiv: „Für uns bedeutet das, wir können uns auf unsere Stärken konzentrieren und die Kompetenzen anderer nutzen“, erläutert er.

Eine Position, die er nicht exklusiv vertritt. Am Samstag verständigte sich die Kreissynode Jülich im Haus der Evangelischen Gemeinde zu Düren unter dem Motto „Gott im Gemeinwesen“ auf den gemeinsamen „Weg einer solidarischen Kirche.“

„Im Auftrag Gottes müssen wir konkret im Alltag der Menschen für Verbesserungen sorgen“, sieht Sannig die klare Aufgabe seiner Kirche, „ganz unabhängig von der Frage, was es uns selbst nutzt.“ Auf dem Weg dahin wollen die Protestanten auf andere Institutionen und Hilfsorganisationen zugehen. „Statt nebeneinander wollen wir im Miteinander unsere Stärken einbringen.“

Wie diese Kooperation konkret aussehen wird, soll indes erst die Sommersynode 2019 beschließen. „Es gibt aber schon heute viele gute Aktionen, zum Beispiel mit den Tafeln oder Jugendeinrichtungen, auf denen wir aufbauen können“, sagt der Superintendent. Verstärken will die Synode auch ihren Einfluss auf politische Entscheidungen: „Oft kann man so am besten helfen.“

Neben der theoretischen Auseinandersetzung zu diesem Thema galt es für die 124 Synodalen aus 19 Gemeinden, in der Mehrheit Nichttheologen, auch über einige konkrete Anträge zu entscheiden. Der Antrag mittels Vertrauensausschüssen über Personalfragen zu entscheiden wurde abgelehnt. Die Idee war eine Reaktion auf Bestrebungen in der AfD, Kirchenämter zu besetzen. „In unserer Ablehnung gegen diese Partei sind wir geeint“, erklärt Sannig den Beschluss, „aber wenn es um Hürden der Ausgrenzung geht, ist die Synode zögerlich.“ Angenommen wurde indes der Antrag, die Kosten für das Kirchenasyl auf alle Gemeinden aufzuteilen. Derzeit werden 23 Menschen in hiesigen Kirchengebäuden vor der Abschiebung bewahrt.

Ob Zustimmung oder Ablehnung – eine Feststellung ist Sannig indes wichtig: „Ich bin sehr froh über die Debattenkultur unserer Synode, es gibt hier keine Sieger oder Verlierer.“

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