Düren - Evangelische Gemeinde zu Düren hat sich gut entwickelt

Evangelische Gemeinde zu Düren hat sich gut entwickelt

Von: bugi
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Düren. Das Baby hat sich gut entwickelt. Knapp 480 Reformierte Gemeindemitglieder verzeichnete man um 1848 in Düren, hinzu kamen 178 Lutheraner. Auch wenn zur Zeit der Preußen im Rheinland die evangelischen Seelen in Düren klar in der Minderheit waren, nahm die Entwicklung der Gemeinde zu dieser Zeit Gestalt an.

Die „Preußen als Hebamme der Evangelischen Gemeinde zu Düren“ lautet denn auch der Titel eines Vortragsabends am Mittwoch um 19 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum, bei dem Pfarrer Dr. Dirk Chr. Siedler, Christel Kreutzer vom Stadtmuseum und Stadt- und Kreisarchivar Helmut Krebs sich auf Spurensuche begeben.

Den schwärzesten Tag erlebte die Dürener Gemeinde, als beim Bombenangriff am 16. November 1944 die Auferstehungskirche von 1845 in Schutt und Asche versank. Damit versank auch ein Teil der Geschichte der Gemeinde, zum Beispiel das handgeschriebene Presbyteriumsprotokoll. Gerettet werden konnten hingegen die Altarbibel, der Taufstein und ein vergoldeter Abendmahlskelch. Ein ganz anderer Abendmahlskelch hat für die Gemeinde eine besondere Bedeutung. Als am 2. November 1833 der Kronprinz Friedrich Wilhelm in Düren weilte, muss er an einem Gottesdienst teilgenommen haben.

Immerhin hat der Kronprinz bei dieser Gelegenheit aus einem Kelch getrunken, den die Gemeinde ihrem Pfarrer Johann Königsfeld zum 25-jährigen Dienstjubiläum geschenkt hatte. Im Jahr 1973, berichtet Christel Kreutzer, tauchte der Kelch dann auf einer Versteigerung von Sotheby‘s in London wieder auf und die Gemeinde konnte ihn ersteigern.

Die Frau von Königsfeld war übrigens Mitbegründerin des Evangelischen Frauenvereins, der am Montag sein 175-jähriges Bestehen feiern kann. Und auch dem Sohn Gustav Adolf Königsfeld kommt eine besondere Bedeutung zu: Er war 1827 der erste evangelische Abiturient des Stiftischen Gymnasiums, praktizierte als Arzt in Düren und gründete 1842 eine Suppenbereitungsanstalt. Seine Erben stifteten der Stadt später eine besondere Kostbarkeit: Eine Bibel aus dem 13. Jahrhundert, die ursprünglich aus Paris stammte. Archivar Helmut Krebs: „Das ist mit das wertvollste, was wir im Stadtarchiv besitzen.“

Auch wenn die Dürener Gemeinde zur Zeit von Johann Königsfeld noch klein war, galt sie damals als reich. „Es waren häufig Unternehmer wie die Familien Schoeller oder Hoesch, die der Gemeinde Stiftungen widmeten“, erzählt Pfarrer Siedler. Da ging es um die Wohlfahrtspflege, um Bildung. Aber zum Beispiel auch um den Bau der Auferstehungskirche, die in Privatinitiative gebaut und finanziert und dann der Gemeinde geschenkt wurde.

„Es gab damals eine hohe ethische Verpflichtung, sich sozial zu engagieren. Das ist heute nicht mehr in diesem Maße so“, sagt Pfarrer Dirk Siedler. Dennoch: Mehr als 22.000 Mitglieder hat die Evangelische Gemeinde heute, ist größer als die der Stadt Köln. „Wir bekennen uns zur sozialen Verantwortung der Kirche in der Gesellschaft. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte unserer Gemeinde“, sagt Siedler. Insofern steht das Baby aus der Preußen-Zeit heute auf sehr gesunden Füßen.

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