Düren - Europa-Vorkämpfer Schulz beeindruckt die Schüler

Europa-Vorkämpfer Schulz beeindruckt die Schüler

Von: Guido Jansen
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Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz (r.), warb in der Aula der Heinrich Böll-Gesamtschule in Düren für ein starkes Europa. Der Politiker hielt auf Einlandung der Schule einen Vortrag zum Thema Europa. Foto: Guido Jansen

Düren. Der Präsident des Europäischen Parlaments hat die Schüler der Heinrich Böll-Gesamtschule in Düren am Montag beeindruckt. Martin Schulz hat vor den Schülern ein leidenschaftliches Plädoyer für Europa gehalten. Am Ende des Besuchs in Dürens zweitgrößter Schule mit 1060 Schülern war der Europa-Vorkämpfer aus Würselen jedoch kurz sprachlos.

„Nee, ehrlich? Das gibt´s nicht“, sagte er, als er des Geschenks ansichtig wurde, dass die Schüler ihm als Dankeschön für seinen Vortrag gemacht hatten. Schulz ist Fan der französischen Chansonsängerin Édith Piaf. Als er das Geschenkpapier entfernt hatte, kam eine Original-Schallplatte aus dem Jahr 1960 zum Vorschein. Es war der einzige Moment, in dem Schulz kurz die Worte fehlten.

Ansonsten hatte der 57-Jährige bei seinem Vortrag in der Aula der Schule viele markige Worte parat. Auf die Frage, ob er es passend finde, dass Peer Steinbrück den ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi als Clown bezeichnet habt, antwortete er mit einem kurzen Ja.

Warum die Europäische Union aus seiner Sicht wichtig ist, erklärte der SPD-Politiker anhand von Beispielen. „Wenn wir im Handel nicht zusammen stehen, dann haben wir keine Chance. Dann werden Handelsmächte ein Land gegen das andere ausspielen.“ Gemeinsam könne Europa auf dem Weltmarkt etwas bewegen. Er nannte das Beispiel, dass Spielzeuge aus China nicht mehr mit chemischen Weichmachern versetzt sind, weil die EU-Staaten das verboten haben. „Europa ist immer noch der größte Markt der Welt. Die Hersteller aus China wollen hier verkaufen. Europa hat geschlossen Nein zu den Weichmachern gesagt. Deswegen benutzen die Hersteller sie nicht mehr.“

Als eines der größten globalen Probleme bezeichnete der die „schleichende Grausamkeit der hemmungslosen Spekulation.“ Die Nahrungsmittelproduktion nehme ab, der Bedarf steige, das Ergebnis seien steigende Preise. „Bei uns im Supermarkt kostet es dann einen Euro mehr, in anderen Ländern bedeutet das Hunger. Ich finde es pervers, dass mit dem Hunger andere Menschen Profit gemacht wird.“

Gegen solche Machenschaften könnten sich die Länder nur gemeinsam wehren. Deswegen sei es wichtig, angeschlagenen Ländern wie Griechenland zu helfen. „Von den Problemen in Griechenland sind auch französische Banken betroffen. Und diese Banken haben deutsche Bank als Hauptaktionär. Wenn wir Griechenland nicht unterstützt hätten, dann wäre es zu einem Domino-Effekt gekommen, der für uns ein Problem geworden wäre.“

Alleine das 20 Jahrhundert habe gezeigt, wie viel mehr die europäischen Staaten mit gemeinsamen Handeln erreichen können. „Der Zusammenschluss der Länder in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war für uns alle viel besser als dieser verdammte Nationalismus in der ersten Hälfte.“

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