Merzenich - „Esengo” singt aus Leidenschaft zur afrikanischen Musik

„Esengo” singt aus Leidenschaft zur afrikanischen Musik

Von: Daniela Martinak
Letzte Aktualisierung:
Die Mitglieder der Esengo-Sing
Die Mitglieder der Esengo-Singgemeinschaft sitzen häufig über den gesammelten Erinnerungsstücken aus den vergangenen Jahren. Darunter Fotos von befreundeten Afrikanern, aufgenommene Cd´s und Foto: Martinak

Merzenich. Im Haushalt der Familie Brink ist immer etwas los. „Langweilig wird es hier nie”, sagt Doris Brink. Und schon läuft die Merzenicherin wieder singend in die Küche. Überhaupt dreht sich in der Familie alles um die Musik. Aber nicht etwa um bekannte Schlager oder aktuelle Titel aus den Hitparaden.

Im Hause Brink werden die Buschtrommeln und die Gitarren ausgepackt. Dann kommen meist auch die anderen Mitglieder von „Esengo” vorbei und es herrscht direkt afrikanische Stimmung. „Es ist eine Leidenschaft, die uns verbindet. Wir lieben die Melodien und die Texte dieser unfassbar schönen Sprachen”, erklären Andrea und Marianne Milke.

Erinnerungen aus der Heimat

Die beiden Enkelinnen von Leiterin Doris Brink, die sechsjährige Amariah und die zweijährige Shanaiah trällern schon eifrig mit. Auch die aus Afrika stammende Adoptivtochter der Familie und Mutter der beiden Kinder, Kofo Alegbeleye, stimmt ab und zu mit ein. Schließlich hat sie dank ihrer Erinnerungen aus der Heimat viel zum Liederrepertoire beigetragen.

Texte auch verstehen

Inzwischen zählen noch zehn weitere Musiker dazu. Edith Mertens resit öfter mal nach Afrika, um sich neue Eindrücke zu verschaffen, aber auch Dorothea und Achim Hüffelmann, Annette Schock, Mareike Adeloho und Christian Szcelinski widmen sich in ihrer Freizeit viel dem Singen der afrikanischen Lieder.

Dabei ist des der Gruppe extrem wichtig, die gesungenen Texte auch zu verstehen. An diesem Punkt kommen die beiden Afrikaner Guylain Kubindamag und Antonio Francesco Manuel ins Spiel. Es sind schwierige Sprachen. Die meisten Lieder sind auf Lingala, der Sprache im Kongo, und Suaheli, das in weiten teilen Ostafrikas gesprochen wird, geschrieben.

„Aber es gibt so viele unterschiedliche Dialekte”, klärt Marianne Milke auf. Nach etlichen Jahren Erfahrung mit afrikanischer Sprache, haben die „Esengo”-Mitglieder kaum noch Probleme, Lieder wie „Yo zali muinda” („Du bist das Licht”) und „Jesu azali awa” („Jesus ist hier”) auswendig zu lernen.

Die Konzerte beeindrucken aber nicht nur aufgrund der Textsicherheit der Sänger, sondern auch weil die Besucher die Hingabe und Liebe zur Musik spüren. Egal ob bei Weihnachtskonzerten wie etwa in Ginnick, als die Gruppe für eine voll besetzte St. Antonius Kirche sorgte, beim Eine-Welt-Tag in Hoven oder als fester Bestandteil der „Nacht der offenen Kirchen” - lange dauert es nie, bis das Publikum in die Lieder einstimmt.

Als Doris Brink die Gruppe im Jahr 1997 mit Nadine Klahr gründete, erhielt sie sofort Hilfe von Antonio Francesco Manuel, der von der Idee, eine afrikanische Singgemeinschaft zu gründen, derart begeistert war, dass er sich kurzerhand „Esengo” verschrieb.

Mittlerweile sind die Afrika-Musikfreunde nicht nur über Dürens Grenzen hinaus bekannt, sondern auch in Afrika selber kein unbeschriebenes Blatt mehr. Schließlich kommen sämtliche Spenden, die bei den Konzerten eingenommen werden, Projekten in Afrika zugute. „Im Jahr 2005 haben wir über 80 Nähmaschinen gesammelt und diese in den Kongo gebracht, um jungen Müttern dieses Handwerk beizubringen”, erzählt Doris Brink.

„2009 und 2010 fand dann unser Lehmofenprojekt statt, für das Edith Mertens eigens in den Kongo reiste. Vergangenes Jahr setzte sich „Esengo” für eine Grundschule ein. Dank zahlreicher Spenden konnte so ausreichend Unterrichtsmaterial finanziert werden. Und auch das Geld, das in Zukunft bei Konzerten eingenommen wird , soll einem Bildungsprojekt in Sambia helfen.

„Esengo bedeutet Freude und genau die wollen wir den Menschen in Afrika bringen”, betonen die Musiker. Weitere Informationen zur Musikgruppe „Esengo” unter der Telefonnummer 02421/4989423.
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