Düren - Es stellt sich die Frage nach dem Sinn des Lebens

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Es stellt sich die Frage nach dem Sinn des Lebens

Von: Bruno Elberfeld
Letzte Aktualisierung:
Hospiz
Schmerztherapie und gute Pflege allein reichen oft nicht aus: Viele Sterbenskranke brauchen auch Gesellschaft und Geborgenheit. Foto: dpa

Düren. Das Thema Hospiz wird in diesen Tagen immer wichtiger. Im Mittelpunkt des 14. Hospiztages der Hospizbewegung Düren-Jülich im dicht besetzten Winkelsaal von Schloss Burgau stand der Aspekt der Spiritualität in der Hospizbewegung.

Begrüßt wurden die Gäste vom amtierenden Vorsitzenden der Hospizbewegung Düren-Jülich, Dr. Martin Franke. Der Allgemeinarzt und Palliativmediziner versuchte eine allgemeingültige Definition von Spiritualität.

Demnach, so hatte Franke in der Literatur gefunden, verstehe sich Spiritualität immer im weltanschaulichen Kontext. Die verschiedenen Religionsgemeinschaften haben meist auch unterschiedliche Auffassungen von Spiritualität. Eine verständliche Erklärung für Spiritualität sei, so der Vorsitzende, „die Einstellung des Geistes, mit dem der Mensch auf seinen Alltag reagiert”.

Spiritualität, so fuhr Franke fort, müsse in der Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen eine wesentliche Rolle spielen, gelte es doch, Leid, Sterben, Tod und Trauer zu hinterfragen und zu verarbeiten. In diesen Lebenslagen stellen sich Menschen eben die Frage nach dem Sinn des Lebens.

Die Grußworte des Schirmherrn der Veranstaltung, Bürgermeister Paul Larue, übermittelte in bewegend persönlichen Worten sein Stellvertreter Hubert Cremer. Im Namen der Stadt, der Verwaltung und des Rates bedankte er sich für die aufopfernde Arbeit der Hospizarbeiterinnen und -arbeiter. „Die Hospizarbeit”, sagte Cremer, „ist das Gegengewicht zur kalten Apparatemedizin in einer Zeit, wo Sterben und Tod außen vor bleiben.”

Neben Pfarrer Toni Straeten, der über Spiritualität aus christlicher Sicht referierte, war der Hauptreferent Prof. Dr. Fulbert Steffensky, seines Zeichens Schriftsteller und Theologe. Sein Thema „Spiritualität - Was trägt am Lebensende?” Er überschrieb seinen Beitrag mit drei Überschriften: schwere Krankheit, Weg der Trauer, Weltuntergang im Alter.

Ein Kranker, und das müssten sich Angehörige, Freunde und Bekannte vergegenwärtigen, fühle sich nicht mehr ebenbürtig. Er liegt, die Besucher sitzen oder stehen. Viele Dinge, Steffensky nennt sie Geläufigkeiten, könne er nicht mehr tun. Schlimmstenfalls falle dieser Mensch in einen „Wahn auf Zeit”. Niederlagen zu akzeptieren falle den einst starken Leuten sehr schwer.

Demut, Langsamkeit, Ergebung müssten, so der Referent, gelernt werden. Die Hilfe von anderen Menschen anzunehmen, sei nicht so leicht. Und hier könne der Glaube helfen, denn Gott sehe auch das Zerbrochene und Unvollkommene an. „Wer an Gott glaubt”, stellte Steffensky fest, „muss nicht der Souverän des eigenen Lebens sein.”

Die stellvertretende Vorsitzende der Hospizbewegung Düren-Jülich, Gerda Graf, verlieh Dr. Hans-Heinrich Krause den Ehrenpreis, der in diesem Jahr zum ersten Mal ausgelobt wurde. Sie nannte Krause in ihrer Laudatio „einen Menschenfreund, der immer authentisch und hospizbewegt gehandelt hat.” Dr. Hans-Heinrich Krause, von 1967 bis 1994 Chef der Anästhesie des Dürener Krankenhauses, war Mitbegründer der Bewegung und neun Jahre lang ihr Vorsitzender.

„Mein Bestreben ist es auch heute noch”, sagte der Geehrte, „das Sterben wieder zu Hause zu ermöglichen.” Musikalisch begleitet wurde der Hospiztag von Karl-Heinz Soentgen mit der Oboe und Bernd Schmidt am Piano.
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