Vossenack - „Es ist ze warm, der Sommer kam ze früh”

„Es ist ze warm, der Sommer kam ze früh”

Von: Lukas Weinberger
Letzte Aktualisierung:
Jürgen B. Hausmann begeistert
Jürgen B. Hausmann begeisterte über 350 Besucher in Vossenack mit seinem Programm „Nää, dat jibt et jar nit!”

Vossenack. Die Aula des Franziskus-Gymnasiums Vossenack ist fast schon so etwas wie das Wohnzimmer von Jürgen B. Hausmann geworden. Bereits zum vierten Mal trat der Kabarettist, der mit bürgerlichem Namen Jürgen Beckers heißt und als Lehrer arbeitet, auf Einladung des Vereins Höhenart dort auf.

Langeweile? Routine? Keineswegs! „Wir fangen einfach schon an. Sie haben ja bestimmt heute Abend noch etwas Besseres vor”, tönte Hausmann, nachdem er die Bühne betreten hatte. Und schon hatte er die über 350 Besucher in der Aula wie bei den vorigen Auftritten auf seiner Seite.

Kongenialer Partner

„Wir haben hier in Vossenack schon jedes Wetter erlebt. Schnee, Regen und Hitze”, erklärte Hausmann. Mit „wir” meint er sich und seinen kongenialen Kompagnon Harald Claßen, der seit Jahren viele Teile der Show musikalisch untermalt und Hausmann auch beim vierten Auftritt in Vossenack unterstütze. Aber apropos Wetter: „Der Rheinländer braucht nur ein Wort, um seine Zufriedenheit mit dem Wetter auszudrücken”, hat Hausmann herausgefunden.

Und zwar handele es sich um das Wörtchen „ze”: „Es ist ze warm, der Sommer kam ze früh, der Umschwung war ze krass!”, führte der Kabarettist aus und erhielt prompt Zustimmung aus dem Publikum. „Nach Kälte kann man sich anziehen!” oder „Nää, ich hab die Schuh jefüttert!” Das sei zwar kein Hochdeutsch, aber ein jeder in der Umgebung würde es verstehen, sagte Hausmann.

Wie aber ein Umzug oder ein Firmenwechsel aus dem Rheinland nach „Deutschland” funktionieren soll, das bereitet dem Kabarettisten ein wenig Kopfzerbrechen: „Da merkt man doch erst, wie komisch wir hier sprechen!” Auch bei der Vorstellung seines Programms „Nää, dat jibt et jar nit” deckte er wieder schonungslos die Eigenheiten des rheinischen Platts auf und nahm Alltägliches aufs Korn.

Ob das Wetter, Serien wie „Die Sendung mit der Maus”, „Lassie” und „Flipper”, Friseurbesuche oder Sport - Jürgen Beckers hatte alles im Gepäck. Hausmann berichtete ebenfalls von seinen Besuchen bei einem schwedischen Möbelhersteller. „Ein Puzzle an Teilen” würde man da vorfinden. Aber ein Gutes habe das ja: „Wir sind jetzt die einzigen im Ort, die ein Klo mit Dunstabzugshaube haben”, berichtete Jürgen B. Hausmann unter dröhnendem Gelächter der Zuhörer.

Und auch Lebensweisheiten gab Hausmann den Zuhörern mit auf den Weg: Romantik in der Ehe gehe verloren, weil man sich ab der Hochzeit ja auch morgens sieht, und Wellness habe vor Jahren noch bedeutet, samstags vor den anderen Familienmitgliedern in der Badewanne zu sitzen.

Auch mit Alltagsgeschichten aus seiner Ehe, von seinem Beruf als Lehrer, Einkäufen und Arztbesuchen strapazierte Hausmann die Lachmuskeln der Besucher. Auch vor Anekdoten, in denen seine Schwiegermutter eine zentrale Rolle spielte, machte er nicht halt: „Als meine Frau und ich damals geheiratet haben, wollte sie unbedingt mit in die Hochzeitskutsche. Da haben sich die Pferde aber mal umgedreht. Und ich könnte schwören, dass eines meiner Schwiegermutter sogar einen Vogel gezeigt hat!”

Mit donnerndem Applaus und laustarken Zugabe-Rufen bescheinigten die über 350 Besucher Hausmann eine hervorragende Leistung. Als er dann noch von der Romreise mit seiner Frau zum Papst berichtete, als ihm im Petersdom das Portemonnaie gestohlen und seiner Frau die Handtasche entwendet wurde, und bekundete, dass ein belgischer Adventskranz doch aus einem Reisfladen und vier Fritten bestünde, waren alle Besucher komplett aus dem Häuschen.

Fünfter Besuch?

Auch der Bürgermeister der Gemeinde Hürtgenwald und gleichzeitig Vorsitzender des Vereins Höhenart, Axel Buch, zeigte sich am Ende der Vorstellung begeistert: „Das war ein toller Abend, der aufgrund des vielen Lachens den Bauch strapaziert hat!”

Einem fünften Besuch Beckers als Jürgen B. Hausmann in Vossenack steht damit wohl nichts mehr im Wege.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert