Düren - „Es ist gut, dass Europa zusammenwächst”

„Es ist gut, dass Europa zusammenwächst”

Von: Tobias Röber
Letzte Aktualisierung:
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Qualität zählt: Daher hoffen Elio Martini (links) und sein Bruder, dass Ware wie der saftige Parmaschinken wieder mehr kontrolliert werden. Foto: Röber

Düren. Eigentlich wollte Elio Martini nur für einige Wochen nach Aachen, um die deutsche Sprache zu lernen. Der italienische Inhaber eines Restaurants in der Dürener Innenstadt erinnert sich.

„Ich habe damals in einem Hotel gearbeitet. 90 Prozent der Gäste kamen aus Deutschland. Der Chef hat mir gesagt, dass ich mehr Geld erhalte, wenn ich deutsch sprechen kann.” 33 Jahre später spricht Elio Martini fließend deutsch. Kein Wunder: Er hat eine deutsche Frau geheiratet und ist erst gar nicht mehr nach Italien zurückgekehrt.

Hin und wieder reist er natürlich trotzdem in die Heimat nach Sardinien und ist damit mittendrin im zusammenwachsenden Europa. „Dass Europa zusammenwächst, ist eine gute Sache”, sagt der zweifache Vater. Mit einem Schmunzeln erinnert er sich zurück, als er beim Heimaturlaub stundenlang in der Bank stand und auf Wechselgeld warten musste.

Der Motorsportfan kennt jedoch auch die Nachteile: „Es gibt weniger Kontrollen. Dadurch ist die Qualität schlechter geworden. Wenn ich jetzt Parmaschinken oder Parmesan bei einem Händler bestelle, kann ich mir längst nicht mehr sicher sein, ob die Ware wirklich original ist.” Einen Wunsch für die Zukunft formuliert er daher: „Es wäre schön, wenn es wieder mehr Kontrollen gäbe.” Qualität lautet sein Credo. Und Konkurrenz. „Die belebt das Geschäft”, sagt der 48-Jährige.

Für Elio Martini steht fest: „Wählen ist wichtig.” Allerdings sieht er sich in diesem Jahr ungeahnten Schwierigkeiten ausgesetzt. Konnte er bei den vergangenen Wahlen sein Kreuzchen noch in Düren machen, erwartete ihn jetzt eine Überraschung, als er die Wahlbenachrichtigung öffnete. Er muss am Sonntag in Aachen wählen. Ein Landsmann, der in Merzenich wohnt, wird gar nach Bergheim gebeten. „Das ist schade. Ich werde wahrscheinlich nicht wählen können, weil das Geschäft laufen muss”, sagt Martini.
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