Erstklassige Unterhaltung im Haus der Stadt

Von: ale
Letzte Aktualisierung:
5617549.jpg
In ihrer unnachahmlichen Art begeisterten Pause & Alich das Publikum – schimpfend, singend, provozierend. Atemlos vor Lachen verlangte das Publikum am Schluss eine Zugabe. Foto: Anneliese Lauscher

Düren. Einen Volltreffer landeten die SWD-Kommedy-Abende mit Pause & Alich im Haus der Stadt. Am Dienstag erfreuten die beiden verrückten Typen ihr Publikum mit ihrem erstklassigen Unterhaltungsprogramm „Oberwasser“.

Thomas Lüttgens, künstlerischer Leiter des „Komm“-Zentrums, hatte schon ein verschmitztes Lächeln im Gesicht, als er die Besucher im voll besetzten Haus der Stadt begrüßte. Dies sei „die letzte furiose Veranstaltung dieser SWD-Kommedy-Abende“, erklärte er, und bedankte sich nochmals bei den Stadtwerken Düren. Er wies bereits auf den 7. November hin: „Dann geht es wieder los!“

Von der ersten Minute an begeisterten „Fritz und Hermann“ die Zuschauer. Zu „Final Countdown“ legten sie los mit einem kurzen Rundumschlag: „Da kann man nur noch draufhau’n!“ Gemeint sind politische und wirtschaftliche, kaum noch zu durchschauende, aber sehr bedrohliche Szenarien.

Die beiden wehren sich energisch gegen die Provokationen, „die wir vonseiten der Griechen und Zyprioten auszuhalten haben“, wobei Fritz die größten Probleme hat, Fremdwörter und Namen verständlich auszusprechen. Er wird immer hektischer, weist seinen Partner zurecht, will superkorrekt sein und verhaspelt sich dabei in komischster Weise. „Schade, dass du damals im Krieg nicht dabei warst, dann hätten wir schneller verloren“, meint er.

Bereitwillig folgte ihm das Publikum in seiner speziellen Deutung der Relativitätstheorie: Unser Geld krümmt sich um den Peloponnes und kommt gut erholt mit Zinsen wieder in unsere Taschen. Hermann kann wunderbar vormachen, wie in der Oper die Zeit gedehnt wird: Theatralisch singt er (mit toller Stimme) eine Angela-Merkel-Arie mit beklopptem Text: „Ich armes Mädel müsste mich entscheiden.“ Wahrscheinlich empfindet man das Auftreten von Fritz und Hermann auch deshalb so lustig, weil ihnen der Frack zunächst ein würdiges Aussehen verleiht, sie aber in ihren Dialogen oft so einen Quatsch äußern, dass Fritz meint: „Hoffentlich schreibt keiner mit!“

Man lauschte mit Lust. Fritz tut immer so, als wäre Hermann doof und peinlich. Manchmal gehen sie so zur Sache, dass man kurz den Atem anhält: „Wenn einer wie ein Ausländer aussieht, kriegt er in der Ostzone eher eins in die Fresse als bei uns.“ Sie sind hemmungslos bissig, wenn sie soziale oder politische Schieflagen aufs Korn nehmen. Sie singen ein „musikalisches Topfpüree“ über Terrorismus, wobei sie die grausigsten Vorstellungen in fröhliche Melodien quetschen – unglaublich! Und der Pianist Stephan Ohm begleitet sie in genialer Weise, das muss man gesehen und gehört haben.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert