Erster Blick in das Rathaus der Zukunft

Von: Christina Handschuhmacher
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Und so wird es im Dürener Rat
Und so wird es im Dürener Rathaus ab 2014 aussehen: Helmut Harperscheidt, Leiter des Gebäudemanagements, präsentierte die Musterzimmer mit elektrisch höhenverstellbaren Schreibtischen. Foto: Handschuhmacher

Düren. Blaue Altpapiertonnen stehen auf den verwaisten Fluren im Erdgeschoss des Rathauses. Daneben türmen sich ausrangierte Möbelstücke aufeinander. Von der Decke hängen Kabel; der Boden ist staubbedeckt.

Drei Etagen höher ein völlig anderes Bild: Zwei weiße Schreibtische stehen einander akkurat gegenüber, anthrazit-grauer Teppich bedeckt den Boden. Deckenleuchten und Standleuchten erhellen das Zimmer mit gleichmäßigem Licht. Helmut Harperscheidt, Leiter des Zentralen Gebäudemanagements, gewährte am Donnerstag einen ersten Einblick, wie das Rathaus nach Abschluss der Sanierungsarbeiten aussehen wird.

„Der Bürger soll das Rathaus so wiedererkennen, wie es heute aussieht. Aber wir brauchen auch moderne Büros für unsere Mitarbeiter”, sagte Harperscheidt bei der Vorstellung der zwei Musterbüros, die in rund vier Wochen im Mai und Juni hergerichtet worden sind. Fest steht: Die Verwaltungsmitarbeiter erwarten moderne Arbeitsplätze, wenn sie 2014 nach der voraussichtlich 14,75 Millionen teuren Sanierung ins Rathaus zurückkehren.

Die neuen Büros werden mit Leichtmetall-Wendefenstern mit zweifacher Isolierverglasung und einer elektrisch angetriebenen Jalousie im Zwischenraum ausgerüstet. Die alten Heizkörper werden überflüssig, da das Heizsystem an die Decke wandert. Hinter der abgehängten Decke, die gleichzeitig Schall absorbiert, wird sich dann eine Strahlungsheizung verbergen.

Harperscheidt: „Die Heizung hat gleichzeitig eine Kühlfunktion. Bei einer Temperatur ab 26 Grad kühlt sie den Raum.” Langfristiges Ziel sei es, zwei Drittel des im Rathaus verbrauchten Stroms, selbst zu produzieren.

Für die Raumbeleuchtung stehen derzeit noch zwei Alternativen zur Diskussion. Deckenleuchten oder arbeitsplatzbezogene mobile Leuchten. Auch über elektrisch höhenverstellbare Schreibtische werden sich einige Mitarbeiter freuen können.

Um das Hauptziel der Rathaussanierung zu erreichen - den Energieverbrauch des Gebäudes aus den 1950er Jahren nachhaltig zu senken -, würden die Systeme miteinander kommunizieren, wie der Leiter des Gebäudemanagements erklärt. So wird in Räumen, in denen sich 15 Minuten lang niemand bewegt, automatisch das Licht ausgeschaltet oder die Heizung stellt sich ab, wenn jemand im Winter für längere Zeit das Fenster geöffnet hat.

Auch das Thema Denkmalschutz kam bei der Begehung des seit dem 9. Juli leer stehenden Rathauses mehrfach zur Sprache. Für Harperscheidt ist das Thema eine Gratwanderung: „Denkmalschutz und Sanierung stehen immer in einem Spannungsfeld. Oft können wir etwa die Vorgaben, die uns der Brandschutz aufbürdet, mit dem Denkmalschutz in keiner Weise vereinbaren.”

Die von Denkmalschützern und der Bezirksregierung Köln geäußerte Kritik am Austausch der Rathausfenster weist Helmut Harperscheidt zurück: „Wir haben eine schriftliche Benehmungserklärung von der oberen Landesbehörde, dass wir die Fenster mit Ausnahme der im Sitzungssaal und im Treppenhausturm erneuern dürfen.”

Zudem habe ein öffentlich bestellter Sachgutachter errechnet, dass es nicht günstiger, sondern um 325 000 Euro teurer sei, die bestehenden Fenster zu sanieren. Das ausgetüftelte Energiekonzept sei in dem Fall ebenso hinfällig.

Beim Rundgang durch den Rest des Rathauses brauchte es schon ein bisschen Fantasie und Vorstellungsvermögen, um den Ausführungen Harperscheidts, der auch die Projektgruppe „Rathaussanierung” leitet, folgen zu können. In den Büroräumen im Erdgeschoss werden Wände halb herausgenommen. Neue Glaszwischenräume sollen möglichst viel Tageslicht ins Gebäude lassen.

Als „Meilenstein des Konzepts” ist geplant das Rathaus erstmalig vom Kaiserplatz aus zugänglich zu machen. Der Eingangsbereich soll ein Maximum an Höhe erreichen und dem Foyer im ersten Obergeschoss ähneln.

Dort wird es bis auf die Fußbodenheizung, die außer Betrieb genommen und durch einige Heizkörper ersetzt wird, sowie einen in die Decke eingebauten Rauchabzug kaum Veränderungen geben. Für den Sitzungssaal sind ein Rednerpult und eine neue Sitzordnung geplant.

Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die neugierig auf die neuen Büros sind, können diese ab nächster Woche besichtigen.
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