Erster Auftritt von „Remy“ ist gleich der letzte

Von: Franz Sistemich
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Zuerst begeisterte Nummernboy „Remy“ die jecken Weiber auf der Damensitzung in Nörvenich mit seinen Tanzeinlagen, dann schieden sich an seinem längeren Soloauftritt die Geister. Foto: Martinak

Nörvenich. Ralf Liesenfeld gibt unumwunden zu: „Das war mein Fehler. Aber er wird nicht wieder vorkommen.“ Liesenfeld ist der 2. Literat der Karnevalsgesellschaft „Fidele Jonge“ Nörvenich und verantwortlich für das Programm und den Ablauf der Sitzungen seiner KG.

Die begeisterte am Samstag mit einem sechsstündigen Programm mehrere hundert weibliche Jecken. Auch mit einem Nummerboy. Doch gerade an „Remy“ schieden sich zu einem bestimmten Zeitpunkt die Meinungen. Was die einen begeisterte, war für die anderen etwas, was nicht zu einer Damensitzung gehört: „Hier wurde eine Grenze überschritten“, sagte eine Besucherin.

Wenige Tage zuvor war der gesponserte Nummernboy in das Programm aufgenommen worden. „Das war als Gag gedacht. Und ‚Remy‘ kam mit seinen wirklich sehr guten Tanzeinlagen zwischen den einzelnen Programmpunkten auch gut an“, sagte Liesenfeld aus eigener kurzer Beobachtung und der Reaktionen der Närrinnen. Der Literat hatte dem Nummerboy vor der Sitzung klare Vorgaben gemacht, was er dürfe und was nicht.

Doch dann passierte das, was Liesenfeld nicht erwartet hatte: Wegen zeitlicher Probleme hatte „Remy“ zweimal zwischen Programmpunkten nicht auftreten können. Als der zeitliche Rahmen wieder stimmte, durfte er einen längeren Tanz absolvieren. „Weil er sich vorher an die Ansagen gehalten hatte, sahen wir kein Problem“, sagte Liesenfeld. Der Literat widmete sich wieder seinen Aufgaben, sah nach eigenem Bekunden wegen seiner vielfältigen Aufgaben deshalb diesen Tanz nicht.

Für ihn besorgte sich „Remy“ eine „Assistentin“ aus dem Publikum. Er animierte sie, schildern Augenzeugen, sich auf den Boden zu legen. Dann demonstrierte er, dass er zu Liegestützen über der jungen Frau fähig war. Die Bewegungen seien eindeutig gewesen. Dann durfte sich die junge Matrosin auf einen Stuhl setzen. „Remy“ spulte sein Programm weiter ab, habe auch Hand angelegt, habe auch unter anderem zu Sprühsahne gegriffen, die Arme seiner „Assistentin“ eingesprüht und sie abgeleckt.

Auch seinen Oberkörper habe er an bestimmten Stellen mit Schlagsahne eingesprührt, um sich ablecken zu lassen, berichten Besucherinnen und nennen auch andere Elemente dieses Tanzes, die ihnen missfielen, anderen aus der weiblichen Narrenschar anscheinend nicht. „Nach diesem Tanz kamen Frauen zu mir und freuten sich über den Nummerboy, andere schilderten mir Szenen und sagten dagegen, dies gehöre keinesfalls auf eine Damensitzung“, sagte Liesenfeld weiter. Für den Literaten steht nach diesen Erfahrungen fest: „Ich werde das nicht schönreden. Das hätte nicht passieren dürfen. Als Konsequenz daraus wird es keinen Nummernboy bei unseren Damensitzungen mehr geben“ betonte Ralf Liesenfeld.

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