Erste Hilfe: Aktionstag will Angst nehmen

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Drücken, drücken, drücken: Beim Aktionstag am Freitag, 26. September, kann auf den Marktplätzen in Düren und Jülich wieder die lebensrettende Herzdruckmassage geübt werden.

Kreis Düren. Mit 80.000 bis 100.000 Fällen pro Jahr ist der plötzliche Herztod eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Und jeden kann es treffen. Doch längst nicht jeder ist in der Lage zu helfen, wenn er Zeuge wird, wie jemand einen plötzlichen Herzstillstand erleidet.

Dabei verdoppeln bis verdreifachen sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen die Chance, dass der Betroffene überlebt. Um deutlich mehr Menschen in Deutschland zu ermutigen, im Notfall zu helfen, haben der Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA) und die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin die Kampagne „Ein-Leben-Retten“ gestartet, die sie in der Woche der Wiederbelebung vom 22. bis 26. September bundesweit ins Licht der Öffentlichkeit rückten.

Auch im Kreis Düren: Hier starteten die Krankenhäuser und die Rettungsdienste wie im Vorjahr wieder einen Aktionstag mit Informationen, Demonstrationen und Übungen auf den Marktplätzen in Düren und Jülich. Dr. Detlef Struck, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst des Kreises Düren, weiß, dass Aufklärung nottut: „Bei den meisten ist es die Angst, etwas falsch zu machen. Dabei ist es nur falsch, nichts zu machen“.

Erste Hilfe ist gar nicht schwer. Die Formel zur Lebensrettung lautet „Prüfen, Rufen, Drücken“. Prüfen, ob die bewusstlos zusammengebrochene Person noch reagiert, unter 112 den Rettungsdienst rufen und dann mindestens 100 Mal pro Minute fest in der Mitte des Brustkorbs drücken, bis Hilfe eintrifft. Am Aktionstag kann jeder Interessierte in wenigen Minuten die erste lebensrettende Maßnahme erlernen und die Anwendung an Puppen üben.

Eine Mund-zu-Mund-Beatmung, die manchen hemmt, aktiv zu werden, ist dabei nicht erforderlich. Der Mediziner: „Bis zum Eintreffen der professionellen Helfer ist es nicht zwingend notwendig, den Patienten zu beatmen. Das feste Drücken des Brustkorbs allein reicht aus, um das zunächst noch mit Sauerstoff angereicherte Blut zirkulieren zu lassen.“ Nur trainierte Ersthelfer sollten zusätzlich die Mund-zu-Mund-Beatmung durchführen und zwar im Verhältnis von 30 Herzdruckmassagen zu zwei Beatmungen.

Am Aktionstag sind die Anästhesieabteilungen der Krankenhäuser Birkesdorf, Düren, Jülich und Lendersdorf sowie die Feuerwehr Düren und das Deutsche Rote Kreuz und der Malteser Hilfsdienst beteiligt. Ihr gemeinsames Anliegen ist es, den Menschen die Scheu vor der ersten Hilfe zu nehmen. Während in Deutschland nur knapp 20 Prozent der Mitbürger einem Menschen mit Herzstillstand helfen würden, sind es in den Niederlanden über 60 Prozent.

Der erste Schritt in diese Richtung ist schon gemacht: Nach dem Aktionstag 2013 sind über 300 Angehörige der freiwilligen Feuerwehren im Kreis Düren im Rahmen der Aktion „Ein-Leben-Retten“ ausgebildet worden. Landrat Wolfgang Spelthahn, der die Druckmassage bereits im vergangenen Jahr erlernt hat, dankt allen, die sich in der Kampagne engagieren:

„Es ist so einfach, einem Menschen mit Herzstillstand das Leben zu retten. Jeder sollte einige Minuten investieren, um die Erste Hilfe zu üben. Womöglich ist man irgendwann selbst betroffen und profitiert dann vom beherzten Eingreifen eines Ersthelfers.“

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