Erpressungsprozess: Schüler wegen 250 Euro entführt

Von: wos
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Blick auf einen Richtertisch. Ein ungewöhnlicher Entführungsfall wird derzeit vor dem Aachener Landgericht verhandelt. Symbolfoto: Patrick Seeger/dpa

Aachen/Düren. Sieben Angeklagte im Alter zwischen 22 und 36 Jahren müssen sich seit Mittwoch vor der 9. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht unter anderen wegen des schwerwiegenden Vorwurfs des „erpresserischen Menschenraubes“ in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Die fünf Männer und zwei Frauen sollen laut Anklage am 16. Oktober 2016 mittags gegen 13 Uhr einen Schüler aus einer Dürener Berufsschule gelockt und ihn entführt haben. Hintergrund der Geschichte sei eine Geldforderung an den jungen Mann gewesen.

In der Anklageschrift hieß es, dass einer der Täter von dem Schüler 250 Euro habe eintreiben wollen, ein zum Tataufwand vergleichsweise geringe Summe. Denn die Bande schleppte den Schüler in ein Fahrzeug, das auf der Straße wartete. Er solle „die Fresse halten“ und einsteigen, hätten sie das Opfer angeschrien, dabei schlugen sie auf ihn ein. Insbesondere die drei Angeklagten Julius H. (23), Carsten J. (27) und Antonio N. (32) taten sich dabei hervor, als sie in der Wohnung des Opfers Geld von ihm erpressen wollten.

Er schulde kein Geld und er habe auch keins da, habe er laut Anklageschrift immer wieder beteuert. Die Schläger wollten ihm das nicht glauben, schlugen in den folgenden Stunden auf ihn ein und drohten ihm den Tod an.

Um all dem Nachdruck zu verleihen, hätten sie ihr Opfer in eine Folie eingewickelt, wie man sie aus Baumärkten kenne. Dann habe man den wehrlosen Körper in die Badewanne gelegt. Wie bei Foltertechniken im TV zu beobachten, hätten sie versucht, ihm dann von oben aus einem Gefäß Tropfen, die das Opfer nicht zuordnen konnte, ins Gesicht zu träufeln. Er habe dann den Kopf hin und her geworfen, um der Flüssigkeit zu entgehen. Das gab wiederum Anlass dazu, ihm mit der Faust die Nase einzuschlagen.

Dann forderten die Haupttäter ihr Opfer auf, sie zum Haus seiner Eltern in Düren zu bringen, die zu diesem Zeitpunkt n Urlaub waren. Das Haus wolle man als Ersatz für das nicht vorhandene Geld „ausräumen“, verlas die Staatsanwaltschaft die Geschichte. Man fuhr zum Elternhaus, das in der Tat menschenleer war.

Allerdings waren die Hunde zu Hause und schlugen prompt an. Die Täter zwangen den jungen Mann unter Androhung von Gewalt, die Hunde wegzusperren. Doch er hatte Glück, die Eltern kamen überraschend nach Hause, die Bande flüchtete.

Der Prozess wird am  Donnerstag ab 9 Uhr fortgesetzt.

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