Erörterungstermin in Sachen „Niederauer Mühle”

Von: Sarah Maria Berners
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Üdinger Weg: Die Anwohner die
Üdinger Weg: Die Anwohner dieser Kreuzauer Straße, die direkt an das Betriebsgelände der Niederauer Mühle grenzt, stören sich besonders an den Lärm-Emissionen. Foto: Berners

Kreuzau. Dass es ein langer Tag werden würde, war allen klar. Damit dass er relativ ruhig verlaufen würde, hatten viele hingegen nicht unbedingt gerechnet. In den vergangenen Ratssitzungen ging es doch recht hitzig zu, wenn das Thema Niederauer Mühle auf der Tagesordnung stand und Vertreter der Firma und der Bürgerinitiative für Saubere Luft (BI) aufeinandertrafen.

Der Erörterungstermin der Bezirksregierung verlief weitestgehend sachlich. Rund 70 Bürger - Anhänger beider Parteien - waren in die Festhalle Kreuzau gekommen, um über den von der Firma beantragen Parallelbetrieb aller drei Heizkessel zu sprechen. Die Kommunalpolitik war nur spärlich vertreten, am Podium saßen Verwaltung, Bezirksregierung, Vertreter der Firma sowie die Familie Autenrieb.

186 Personen haben Einwendungen bei der Bezirksregierung eingereicht, 164 davon form- und fristgerecht. „Der heutige Termin endet nicht mit einer positiven oder negativen Gesamtbewertung”, erläuterte Matthias Wudtke von der Bezirksregierung zu Beginn. 26 von 47 Punkten, die er auf die Tagesordnung genommen hatte, befassten sich mit der Lärmbelastung, 14 mit Geruchsemissionen.

„Es ist die Aufgabe der Firma, die Anlagen so zu optimieren, dass beides für die Anwohner annehmbar ist”, betonte BI-Sprecher Karl-Heinz Kern.

Dr. Erich Zanders, Berater des Unternehmens, verdeutlichte, dass es mit dem Parallelbetrieb keine Zunahme der Verkehrsbelastung und keine Erhöhung der Produktionskapazität geben werde. Genau diese Erhöhung sehen die Mitglieder der Bürgerinitiative aber schon kommen.

„Wir haben uns schon verbessert und wir werden das noch weiter tun”, merkte Zanders an. Laut Zanders würden die vorgeschriebenen Lärmwerte eingehalten, sofern ein bestimmtes Kühlaggregat nicht laufe. Da dieses aber ab Außentemperaturen von 20 Grad laufen müsse, würde es von einem neuen, leiseren ersetzt.

Bereit für den Dialog

So recht glauben wollen die Anwohner nicht, das sich die Situation von Luft und Lärm verbessert. Dafür ist ihnen in den vergangenen Jahren zu wenig passiert. Messwerten, die nicht ihre eigenen sind, schenken sie wenig Vertrauen und auch die Bezirksregierung, die die Einhaltung überwachen muss, kritisieren sie.

Anwohner des Üdinger Weges bemängeln zudem den Umgang mit Störungen. Sie wünschen sich, dass die unmittelbare Nachbarschaft von der Niederauer Mühle besser informiert werden soll, wenn es etwa eine Verpuffung oder einen Brand gebe. Die Bezirksregierung verdeutlichte, dass eine rechtliche Pflicht dazu nicht bestehe, Zanders signalisierte jedoch Gesprächsbereitschaft.

Einige Kritikpunkte konnten schnell erläutert und damit abgehakt werden, etwa weil sie auf sprachlichen Missverständnissen basierten. Manche Fragen blieben offen, bei manchen Aspekten blieben Rede und Gegenrede stehen. „Sie urteilen nach Aktenlage”, merkte Kern gegenüber der Bezirksregierung an. „Aber die Bewohner urteilen nach der tatsächlichen Belastung in ihrem Lebensalltag.”
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