Eröffnung der Annakirmes: Saunawetter hält viele Besucher ab

Von: Jörg Abels
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Erst in den Abendstunden strömten die Besucher. Der Ansturm aber blieb bei Saunawetter hinter den Erwartungen zurück. Foto: Abels
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„Italienisches Gewitter“ war das Jubiläumsfeuerwerk überschrieben. Es gab reichlich Donnerhall, aber nur wenige bunte Lichteffekte. Foto: Abels

Düren. Schüsse aus dem Schaftböller, dazu traditionelle bayrische Blasmusik und Alpenhorn-Klänge: So bajuwarisch wie die Jubiläumsausgabe ist eine Dürener Annakirmes selten eröffnet worden. Gäste aus dem Allgäu, genauer gesagt aus Lechbrück am See, das seit Freitagabend offiziell mit dem Dürener Stadtteil Lendersdorf freundschaftlich verbunden ist, machten es möglich.

Und sie waren es auch, die das trotz exzellenter Blasmusik wieder einmal nur spärlich gefüllte Annazelt am Samstagabend wie in früheren Jahren musikalisch in ein Bayern-, pardon Allgäuzelt verwandelten. Auf diese Sprachregelung hatten sich Platzmeister Achim Greiff und Bürgermeister Paul Larue verständigt.

Aber zurück zur Eröffnung: Paul Larue bewies beim Fassanstich ein deutlich besseres Händchen als in früheren Zeiten. Benötigte er vor zwei Jahren noch gefühlte 42 Schläge, um das kühle Blonde aus dem Fass zu befreien, so waren es diesmal drei und ein kleiner Nachschlag. Zu den ersten, denen er einen Bierkrug reichte, gehörte der gebürtige „Grüngürtel-Jong“ Josef Böhr, der vor 53 Jahren seine Heimatstadt der Liebe wegen in Richtung München verlassen und das Annakirmes-Jubiläum zum Anlass genommen hatte, erstmals nach mehr als einem halben Jahrhundert wieder das größte Volksfest der Region zu besuchen.

Kaum hatte Larue nach 14-minütiger Ansprache und Begrüßung der Gäste das erste Bier gezapft, fielen die ersten Tropfen vom Himmel. Es blieb zwar bei einem kurzen Schauer, leider aber auch nur bei einer kurzfristigen Abkühlung.

Mit der Rückkehr der Sonne verwandelte sich nicht nur der Annakirmesplatz in eine Sauna. Subtropisches Klima hielt am Nachmittag viele Kirmesfans zum Leidwesen der Schausteller von einer ersten Rummelrunde ab. „Jetzt wäre eine Wildwasserbahn sicherlich der Renner gewesen“, stellte Platzmeister Achim Greiff beim Blick in die von der Hitze gezeichneten Gesichter vieler Besucher fest. Denn der Fahrtwind auf der Alpina-Bahn, der Großschaukel „Artistico“, dem Riesen-Looping-Propeller „Galactico“ oder einem der rasanten Rundfahrgeschäfte sorgte bei denen, die den Adrenalinkick suchen und vertragen, auch nur für kurzfristige Abkühlung.

Als sich die Stadtverordneten um 18 Uhr zum obligatorischen Eröffnungsrundgang trafen, war von drangvoller Enge immer noch nichts zu sehen. Erst im Laufe des Abends füllte sich der Platz vor- übergehend, von Menschenmassen aber konnte trotz Feuerwerk keine Rede sein. Die Pyrotechniker sorgten nach 22.30 Uhr für ein kurzes „Italienisches Gewitter“, setzten dabei aber weniger auf glanzvolle Effekte, sondern mehr auf lautstarken Donnerhall. Alle Erwartungen konnte das als Jubiläumsfeuerwerk angekündigte Spektakel nicht erfüllen. Aber vielleicht haben sich die Pyrotechniker ja auch die besten und buntesten Effekte für das traditionelle Brillantfeuerwerk der Schausteller am Freitagabend aufgehoben.

„Es war einfach zu heiß“, zuckte Dürens Schaustellerchef Bert Cremer am Ende des Tages mit den Achseln. „Aber die Annakirmes hat ja gerade erst begonnen.“

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