Düren - Erinnerung und Hoffnung in der Marienkirche

Erinnerung und Hoffnung in der Marienkirche

Von: bel
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Die Veranstalter prässentieren das Oratorium „Messa da Requiem von GuiseppeVerdi, das kommenden Sonntag stattfindet. Foto: Elberfeld

Düren. Im letzten Jahr sei das „Experiment“ – so nennen es die Kooperationspartner von Düren-Marcodurum und der Cappella Villa Duria unter der Leitung von Johannes Esser – hervorragend gelungen.

In der Marienkirche stand damals „Memento I“, die Aufführung des Oratoriums „Elias“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy, auf dem Programm. Besucher und Veranstalter denken ein Jahr später noch mit einem guten Gefühl an diese Aufführung zur Erinnerung an die Auslöschung Dürens und den Tod vieler seiner Bewohner zurück.

„Der Elias letztes Jahr und das Verdi Requiem in diesem Jahr sollen uns dankbar innehalten lassen für sieben Jahrzehnte Frieden in Deutschland und Europa“, sagte Dr. Michael Maurer vom Lions Club. Nur in Frieden und einem kreativen Miteinander könne die Zukunft Deutschlands, Europas und des gesamten Globus vernünftig fortgeschrieben werden, wagte Maurer einen Blick in die Zukunft.

In Düren herrsche, darin waren sich die Beteiligten einig, ein ausgeprägter Bürgersinn, der solche und ähnlich große Projekte aus der Kultur wie das Verdi Oratorium gerne mittrage. Und immer wieder ist der Lions Club Düren-Marcodurum ein verlässlicher Ansprechpartner, wenn es um die Unterstützung kultureller Projekte geht. Momento II soll gezielt auch dazu beitragen, den Europagedanken, weit weg von jeder nationalen Kleinstaaterei, voran zu treiben.

Die Vorsitzende der Cappella Villa Duria, Dr. Gisela Hagenau, verwies auf die Entstehung von Verdis Messa da Requiem. Komponist Verdi, eher bekannt für seine großen Opern, schrieb die Totenmesse im Gedenken an einen der größten Dichter Italiens, Allessandro Manzoni (1785-1873), den er bewunderte und mit dem er befreundet war. Manzoni hatte sich leidenschaftlich für die nationale Einheit Italiens eingesetzt. Es war die Zeit des „Risorgimento“ (des Wiedererstehens Italiens) zwischen 1815 und 1870. „Und so bekommt die Aufführung von Verdis Oratorium sowohl für Düren als Andenken an seine Bombardierung am 16. November 1944 als auch im Hinblick auf die vielen aktuellen Kriege und Konflikte weltweit einen starken politischen Bezug“, schrieb Gisela Hagenau den Dürenern in die Annalen.

Der Chef der CVD, Johannes Esser, schien angesichts der gewaltigen Aufgabe, ein Orchester mit 70 Musikern und einen Chor von 120 Sängern unter einen Hut bringen zu müssen, nicht beunruhigt. Neben den vielen Streichern werden unter anderem acht Trompeten, darunter vier Ferntrompeten, vier Fagotte, vier Hörner, viele Doppelt- und Dreifachbesetzungen aufmarschieren, um nur einen kleinen Vorgeschmack auf den gewaltigen Gesamtklang zu geben. „Wie immer werden wir die Sache professionell angehen“, erklärte Esser. Die Vorgaben Verdis, festgeschrieben in der Partitur, und die Fähigkeiten der Akteure auf allen Ebenen würden während der Aufführung – wie so oft – eine solch positive Spannung erzeugen, dass letztendlich die Veranstaltung zu einem Event voller Freude werde. „Da ist schon schwer was los, wenn insgesamt 190 Musiker auf der erweiterten Bühne stehen“, freute sich Esser. Verstärkt werden Sinfonieorchester und Oratorienchor der Cappella Villa Duria von befreundeten Instrumentalisten und Sängern aus Nah und Fern.

Aufgeführt wird die „Messa da Requiem“ von Giuseppe Verdi am Sonntag, dem 19. November 2017, um 18.00 Uhr in St. Marien. Einige hundert Karten sind schon verkauft. Viele warten noch auf Käufer.

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