Erinnerung mit heutigen Herausforderungen verknüpfen

Von: sj
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Bodo Löttgen, Beauftragter de
Bodo Löttgen, Beauftragter der CDU-Fraktion im Landtag für Vertriebene und Spätaussiedler, war Festredner beim „Tag der Heimat” im Dürener Rathaus. Foto: Johnen

Düren. „Es ist gut, die Erinnerung wachzuhalten. Aber es ist auch wichtig, diese Erinnerung mit den heutigen Herausforderungen zu verknüpfen”, betonte Dürens Bürgermeister Paul Larue am Samstagvormittag auf dem sogenannten „Tag der Heimat” des Bundes der Vertriebenen (BdV).

Mit den Worten des Literaturnobelpreisträgers Heinrich Böll nannte Larue das vergangene Jahrhundert ein „Jahrhundert der Flüchtlinge”. Und auch im 21. Jahrhundert habe dieses Thema nichts an Aktualität verloren. Das Ziel auch des Bundes der Vertriebenen müsse es sein, bestehendes Unrecht aufzuarbeiten und aktuelle Probleme und Vertreibungen zu thematisieren. Gerade die Erfahrungen der Heimatvertriebenen, ihre Flucht während und nach des Zweiten Weltkriegs und ihre Integrationsleistung beim Wiederaufbau können helfen, die „Zukunft in einem gemeinsamen Haus Europa” zu gestalten.

Erneut stellte die Stadt Düren für den vom BdV organisierten „Tag der Heimat” das Rathausfoyer zur Verfügung. Etwa ein Fünftel der Stühle war nicht besetzt. „Diese Plätze wurden nach Zusagen reserviert”, wunderte sich der BdV-Vorsitzende Manfred Barsuhn. „Wer seine Heimat vergisst, verliert seine Seele”, zitierte Barsuhn zu Beginn seiner Rede ein Sprichwort, um aus seiner Sicht die Intention des Gedenktages zu verdeutlichen. „Wir wollen die Erinnerung wachhalten, pflegen und sie für kommende Generationen bewahren”, führte der Vorsitzende aus. Oder mit den Worten von Karl-Heinz Weschke, dem Ehrenvorsitzenden des BdV, formuliert: „Das große geistig-kulturelle Vermächtnis der Vertreibungsgebiete ist nicht allein Erbe der Vertriebenen, sondern ein unverzichtbarer Teil deutscher und europäischer Kultur.”

Festredner zum Motto „Wahrheit und Dialog - Schlüssel zur Verständigung” war am Samstag der Beauftragte der CDU-Landtagsfraktion für Vertriebene und Spätaussiedler, Bodo Löttgen (MdL). Er betonte, dass das „Gefühl für Heimat” und das „Recht auf Heimat” aus seiner Sicht elementare Menschenrechte seien. „Unrecht bleibt Unrecht. Aber eben auf beiden Seiten”, forderte Löttgen eine Aufarbeitung der Vergangenheit dies- und jenseits der Grenze.

Dass es ohne den von Deutschland begonnenen Zweiten Weltkrieg keine Vertreibung der Deutschen aus den ehemaligen Ost-Provinzen gegeben hätte, sei eine „schlichte Wahrheit”. „Aber ebenso wahr ist und bleibt, dass die Verantwortlichkeiten für millionenfache Menschenrechtsverletzungen nach 1945 bei denen liegen, die dort die Herrschaft hatten”, fügte Löttgen hinzu.
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