Niederau - Ergreifendes Gemälde eines Todkranken

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Ergreifendes Gemälde eines Todkranken

Von: Bruno Elberfeld
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Mit ihrem Kunstpädagogen Klaus Dauven (r.) hinterließen Schüler des 13. Jahrgangs der Europaschule Langerwehe „Spuren im Kreislauf des Lebens“ im Park von Burgau. Foto: Bruno Elberfeld

Niederau. Der 20. Hospiztag im Winkelsaal von Schloss Burgau demonstrierte von Beginn bis Ende Möglichkeiten, wie Therapeuten mit Hilfe der Kunst Menschen auf ihrem Sterbeprozess begleiten können. Alle Redner und Referenten zeigten bei diesem recht lebensbejahenden Treffen, dass die Kunsttherapie eine tragende Säule in der Kommunikation zwischen Patienten und Sterbebegleiter ist.

Zur Einstimmung in den Nachmittag spielten Musiker aus Niederzier – Friederike Franzen-Schmidt, Klaus Michael Schmidt und Roland Thar – Besinnliches. Eine besondere Kunstaktion begann außerhalb der Mauern von Schloss Burgau im naheliegenden Park. Künstler Klaus Dauven, Kunstpädagoge an der Europaschule Langerwehe, hinterließ mit Schülern des 13. Jahrgangs Spuren an einem Baum.

Mit Spachtel und Drahtbürste wurden Zeichen in einen Baum geritzt, wie man sie immer wieder als Dokument sieht nach dem Motto „Ich bin hier gewesen.“ Diese Spuren – Narben in der Baumrinde – werden vergehen, wenn die Natur allmählich auf den Plan tritt und die Spuren verwischt, Symbol für das Leben und Sterben.

Die vielen Gäste aus ganz Deutschland lernten von den Referenten, wie über Kunst das Leben Sterbender und das ihrer Angehörigen erleichtert werden kann, damit beide in Frieden „loslassen“ können.

Das Thema von Henrikje Stanze, Diplom-Berufspädagogin aus Göttingen, waren „Therapieformen im Bereich der palliativen Betreuung“. Stanze beschreitet den Weg über Sprache und Rhythmus. Sprache in Poesie gekleidet, vermittelt den Patienten neue Sichtweisen auf Leben, Sterben und Tod. Schriftsteller und Journalist Mike Powelz aus Hamburg nahm die Hörer in seinem Buch „Die Flockenleserin“ mit in ein Hospiz, das mehr einem schönen Hotel ähnelt und damit dem Begriff „Hospiz“ die negative Wirkung nimmt.

„Kunsttherapie – mehr als Worte“

Den Reigen der Referenten führte A. Cornelia Weigle aus Wuppertal an. Weigle ist Künstlerin, Psychoonkologin und Diplom-Kunsttherapeutin. Unter der Überschrift „Kunsttherapie – mehr als Worte“ hielt Cornelia Weigle ein bewegendes und beeindruckendes Referat. Sie präsentierte Gemälde und Zeichnungen von sterbenden Kindern, Männern und Frauen jeden Alters, die eines gemeinsam hatten und haben: das tödliche Karzinom. „Chemo ist Scheiße!“ – die Bildunterschrift eines Elfjährigen.

Das ergreifende Gemälde eines Mannes, der in einer düsteren Felsschlucht den Gefährnissen des Lebens begegnet. „Ich hab‘ die Worte nicht“ – ein bekannter Song von Tim Bendzko –, der die Sprachlosigkeit bei vielen Menschen wiedergibt.

Und wenn da Sprachlosigkeit herrscht, kommen die Kunst, die Musik, die Poesie ins Spiel und können Ausdruck der inneren Befindlichkeiten sein, ein Befreiungsschlag.

„Wenn Worte fehlen“, sagte Cornelia Weigle, „sprechen Bilder.“ Speziell auf das Malen als Therapie angewendet, gebe es ein dynamisches Dreiecksverhältnis zwischen Patient, Therapeut und Bild. „Der Tod ist nicht das Ende des Lebens“, stellte die Kunsttherapeutin fest, „sondern Bestandteil!“

Ein großer Moment beim Hospiztag war die Verleihung von vier Ehrenpreisen. Ehrenvorsitzender Dr. Hans-Heinrich Krause, überreichte, assistiert vom Vorsitzenden Dr. Martin Franke und Vorstandsmitglied Gerda Graf, Bronzeengel, geschaffen von Luise Kött-Gärtner, an Regina Lausberg, Marita Stollenwerk und Susanne Locker. Der vierten Preisträgerin, Agnes Decker, wird der Preis nachgereicht. Seit 19 Jahren unterstützen die Frauen die Hospizarbeit unter dem Motto „Menschen machen sich stark für Hospiz“.

Gerda Graf gab darüberhinaus einen Ausblick auf die Feierlichkeiten zum Jubiläum „25 Jahre Hospizbewegung Düren-Jülich“ im Jahr 2018.

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