Erfolgreicher Schulkiosk: Auf die nächste halbe Million belegte Brötchen

Von: cro
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Ein besonderes Ereignis am Schulkiosk des Kreuzauer Gymnasiums: Fünftklässler Tom Weber freut sich über einen Gutschein; Elvira Lawrenz, dass das Projekt seit 2004 erfolgreich läuft. Foto: Rose

Kreuzau. Tom Weber hatte am Kiosk des Kreuzauer Gymnasiums einige Pausen quasi freie Auswahl, er musste nichts selbst bezahlen – dank eines 20-Euro-Gutscheins. Der Fünftklässler hat diesen Gutschein erhalten, weil er vor einigen Tagen das 500.000. Brötchen bekommen hat, das in dem Kiosk geschmiert und verkauft wurde.

Ein besonderer Tag in der Geschichte des Schulkiosks, der seit Ende 2004 in den zwei großen Pausen am Tag öffnet.

Dahinter steckt der Förderverein der Schule, in dessen Vorstand Elvira Lawrenz, 57, aus Leversbach sitzt. Von Anfang an ist die Betriebswirtin für die Organisation und Buchführung verantwortlich. Sie weiß also auch, dass bis jetzt mehr als 6600 Gurken und mehr als 5400 Salatköpfe den Weg in die Brötchen gefunden haben, von denen 400 bis 500 jeden Morgen frisch geliefert werden. Das Sortiment beschränkt sich auf belegte Brötchen, Laugenstangen, einige Süßigkeiten sowie Kakao und Milch. Für die richtigen Mahlzeiten am Nachmittag sorgt die Mensa.

Lawrenz bezeichnet den Schulkiosk als ein „Lehrer-Schüler-Eltern“-Projekt und sagt, dass das Gymnasium „gesegnet“ sei, dass sich viele Eltern ehrenamtlich einbringen. Seit Beginn haben sich an die 130 Eltern engagiert, im aktuellen Pool sind 30, von denen im Schnitt drei täglich helfen. Dazu kommen zwischen 50 und 60 Schüler aus der neunten Klasse, um die sich eine Lehrerin quasi als Kiosk-Beauftragte kümmert.

Der Schulkiosk verfolgt zwei Ziele. Das erste: „Kein Kind ohne Mahlzeit. Kinder bekommen hier für kleines Geld ein gesundes Frühstück – die Betonung liegt auf gesund“, sagt Lawrenz. Das zweite: Mit den Erlösen unterstützt der Kiosk das Gymnasium. 148.000 Euro sind bislang zusammengekommen, die der Förderverein unterschiedlich genutzt hat.

So hat er unter anderem ein Teil der Kosten für eine Kletterwand finanziert, die Fachschaft Biologie für knapp 14.000 Euro mit Laborgeräten ausgestattet. Für eine ähnliche Summe wurden elf Beamer angeschafft, so dass nun alle Unterrichtsräume der Oberstufe mit einem ausgestattet sind. Musikinstrumente hat der Förderverein ebenfalls angeschafft.

Schaut man diese Liste an, antwortet Elvira Lawrenz auf die Frage, ob eine Schule heutzutage noch ohne Kiosk kann: „In Zeiten knapper Kassen ist das eine Supersache.“ Lawrenz engagiert sich übrigens für den Kiosk, obwohl seit 2014 keines ihrer Kinder mehr an der Schule ist. Der Zusammenhalt unter den Eltern und die Freundschaften, die so entstanden sind, seien schlicht zu gut und wertvoll. „Dass wir im Mai für unser Engagement vom Kreis Düren ausgezeichnet wurden, haben wir auch dem Team der Mediothek zu verdanken. Dort können sich Schüler Bücher ausleihen oder Sachen ausdrucken.“

Lawrenz legt, wie sie sagt, großen Wert darauf, dass Schüler Verantwortung übernehmen: Sie räumen die Ware ein, führen jegliche Listen und stimmen das Sortiment nach eigenen Wünschen ab. Für die Arbeit erhalten sie einen kleinen Obolus. Betriebswirtschaft in kleinem Rahmen, wenn man so will.

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