„Equal Pay Day” in Düren

Von: dama
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Setzen sich für die Rechte der Frauen ein: (v.l.) Elke Ricken-Melchert, Karin Bernhardt und Gilla Knorr. Hier werben die Frauen für die „Rote-Taschen-Aktion” und die „Postkartenaktion” am „Equal pay day”. Foto: Martinak

Düren. Die Zeiten, in denen die Frauen zu Hause hinterm Herd stehen, sind eindeutig vorbei. Allerdings scheint das typische Rollenverhalten für viele Arbeitgeber dennoch im Vordergrund zu stehen. Besonders, wenn es um Chancengleichheit in Sachen Gehalt geht.

„Männer haben ganz andere Gehaltsvorstellung und äußern diese auch, Frauen sind da eher vorsichtig. Häufig werden sie zurückgewiesen, wenn sie mehr Geld fordern”, sagt die Frauenbeauftragte der Stadt Düren, Gilla Knorr.

Das weibliche Geschlecht identifiziere sich nicht über Geld, sondern eher über den Inhalt der geleisteten Arbeit. Würde man die Leistung ihm Vergleich zum Gehalt von Frauen und Männern betrachten, wäre schnell klar, dass Frauen rund 23 Prozent weniger in derselben Zeit verdienen.

Deshalb wurde Mitte der 90er Jahre der so genannte „Equal Pay Day” (Entlohnungstag), in den USA ins Leben gerufen. Im vergangenen Jahr fand dieser Tag erstmals auch in vielen Städten Deutschlands statt. Rund 6300 Menschen nahmen teil. In diesem Jahr beteiligt sich auch die Stadt Düren an der Aktion.

„Je mehr Städte sich dafür einsetzen um so intensiver wird das Thema hoffentlich bald behandelt”, meint Knorr. Unterstützt wird die Frauenbeauftragte von der Gleichstellungsbeauftragten des Kreises, Elke Ricken-Melchert und der Frauensekretärin der DGB-Region NRW Süd-West, Karin Bernhardt.

Am 21. März können dann Passanten in der Fußgängerzone der Kölnstraße bewundern was das Bündnis aus Wirtschaftsverbänden und Frauenorganisationen auf die Beine gestellt hat, um die Chancengleichheit zu unterstreichen, und sich auch selbst daran beteiligen.

„Wir werden dort einen Stand aufbauen und das Gespräch mit den Leuten suchen”, erklärt Knorr. Außerdem erhalten Frauen die mit einer roten Handtasche auftauchen - als Symbol für das rote Loch in den Geldbörsen der Frauen - einen Rabattgutschein von zehn Prozent für mehrere Cafés in der Innenstadt.

„Gerade in den gastronomischen, journalistischen und juristischen Bereichen müssen wir uns über die Rollenstereotypen bewusst werden. Die Männer sind nicht mehr unsere Ernährer. Diese Vergangenheitswahrnehmung ist heutzutage nicht mehr fair”, schimpft Knorr. Frauen seien für viele einfach nur billige Arbeitskräfte. Das läge daran, dass Männer selbstbewusster seien.

Neben der Aktion „rote Handtaschen” findet auch noch die „Postkartenaktion” statt. Hier sollen Passanten eine vorgedruckte Karte abschicken, die direkt an die Bundeskanzlerin adressiert ist. So soll das bestehende Problem direkt an den Bundestag gelangen. „Wir hoffen, dass das Postfach in Berlin überläuft und wir so endliche Chancengleichheit erreichen”, so Knorr. Finanziert wird das Ganze von den Frauenbüros der teilnehmenden Städte selbst.
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