Entlastung auch ohne Umgehungsstraße

Von: Christoph Lammertz
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Bis zu 9600 Fahrzeuge, darunter 400 bis 500 Lkw, rollen an normalen Wochentagen über die L257 in Arnoldsweiler. Eine Umgehungsstraße soll Entlastung bringen. Eine Verkehrsprognose stellt ihre Notwendigkeit allerdings in Frage. Foto: Lammertz

Düren. Zwischen 8000 und 9500 Fahrzeuge rollen an normalen Wochentagen über die L257 in Arnoldsweiler. 400 bis 500 Lastwagen sind darunter. Seit Jahren hoffen die Menschen, die an der Ortsdurchfahrt Arnoldsweilerstraße leben, auf Entlastung.

Seit 2006 heißt diese Hoffnung konkret Ortsumgehung Arnoldsweiler, L257n. Doch die Realisierung von Umgehungsstraßen ist ein zähes Geschäft. Das spürt Düren in diesen Tagen auch an anderer Stelle. Und das dürfte nun auch den Arnoldsweilern klar sein, die im Rathaus den Ausführungen zu einer Verkehrsprognose für ihren Ort lauschten. Fünf Jahre nach Beginn des Verfahrens haben sich die zuständigen Behörden noch nicht einmal auf eine Trasse festgelegt.

Fünf Varianten für die Ortsumfahrung sind noch im Gespräch. „Das sieht ja so aus, als müssten wir noch 15 Jahre auf eine Umgehungsstraße warten”, stellte die Arnoldsweiler Kommunalpolitikerin Käthe Rolfink kopfschüttelnd im Sitzungssaal des Rathauses fest. Wenn sie denn überhaupt kommt.

Die Zahlen, die von der mit der Verkehrsprognose für Arnoldsweiler beauftragten Ingenieurgesellschaft präsentiert wurden, gaben Anlass zum Zweifel. Denn nach deren Berechnungen bringt die Verlegung der A4 mit neuer Anschlussstelle Ellen und die Dürener Ostumgehung B56n für die Arnoldsweiler Ortsdurchfahrt schon eine Entlastung von bis zu 3600 Fahrzeugen pro Tag, knapp 40 Prozent des aktuellen Verkehrsaufkommens.

Zwar steht die Finanzierung der B56n derzeit auf tönernen Füßen, doch bis 2025 sollte diese dringend nötige Entlastung für Düren Realität sein. Und 2025 ist das Jahr, auf das die Prognose für Arnoldsweiler abzielt. Dass diese Entwicklung für die Position der Arnoldsweiler Umgehungsstraße auf der Prioritätenliste des Landes förderlich ist, darf bezweifelt werden.

Zweifel sind ebenfalls erlaubt bei der Frage, ob die Arnoldsweiler in Kenntnis der Verkehrsprognosezahlen überhaupt noch eine Umgehungsstraße wollen. Der Grund: Wenn die wahrscheinliche Variante einer Entlastungsstraße südlich vom Ort realisiert wird - eine nördliche ist deutlich teurer und ökologisch bedenklicher -, bedeutet das nach Einschätzung der Verkehrsexperten eine enorme Zusatzbelastung für die Trierer Straße in Arnoldsweiler. Denn der Verkehr in Richtung Norden würde nach ihrer Vorstellung erst an dieser Kreisstraße abgeleitet. Bis zu 11.000 Fahrzeuge am Tag könnten dann in dieser Richtung durch Arnoldsweiler rollen.
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