„Ensemble Alexandre“: Perlende Harfe trifft seufzendes Harmonium

Von: bel
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Sarah Günnewig und Christoph Lahme spielten in der Evangelischen Gemeinde zu Düren ein Konzert mit einer ungewöhnlichen Instrumentenkombination. Foto: bel

Düren. In der Nachkriegszeit war es oft präsent. In Notkirchen diente es als Orgelersatz, bevor es dann den Orgeln, elektronischen oder mechanischen, im Laufe der Zeit weichen musste. Die Rede ist vom Harmonium, heute in der Musikszene nur eine Randerscheinung.

In Saal der Evangelischen Gemeinde zu Düren stellte dieses In-strument jedoch neben dem lyrischen Tenor Ulrich Cordes, der Harfe von Sarah Günnewig seine Konzertfähigkeit unter Beweis. Gespielt wurde es von Christoph Lahme. Das Trio nennt sich „Ensemble Alexandre“, eine Hommage an die französische Harmoniumbauer-Dynastie „Alexandre Père et fils“.

Französisch ging es dann auch fast den ganzen Abend zu. „Noel“ – Weihnachten, die Nachweihnachtszeit beherrschte den ersten Teil des Programms. „Noel“ von Gabriel Fauré (1845 – 1924), „Noel nouvelet“, ein altfranzösisches Weihnachtslied, „Berceuse“, ein Wiegenlied von Georges Bizet (1838 – 1875) und „Cantique de Noel“ von Adolphe Adame (1803 – 1912), arrangiert von Louis Lefébure-Wély, standen unter anderem auf den Programmzetteln. Im zweiten Konzertteil wurde es etwas „weltlicher“. Paris, die Stadt der Liebe und der vielen Salons, wurde musikalisch hervorragend gefärbt.

„Prélude, fugue et variation“ von César Franck (1822 – 1890), „Aubade“ und „Nocturne“ von Alfred Lebeau (1835 – 1906) ließen die Gäste in das bürgerliche Leben des 19. Jahrhunderts bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts eintauchen. Zum Schluss des Konzerts interpretierten die Musiker das italienische Weihnachtslied „Tu scendi dalle stelle“ aus dem 18. Jahrhundert, das heute noch in vielen Kirchen Italiens gesungen wird.

Zwei Werke von Georg Friedrich Händel (1885 – 1759) gaben dem Konzert einen barocken Touch. Sehr eindrucksvoll „Tune Your Harps“ aus dem Oratorium „Esther“, und seit Jahrhunderten schon ein Ohrwurm „Ombra mai fu“ aus der Oper „Xerxes“.

Was war es, das dieses Konzert von anderen unterschied? Augen- und ohrenfällig die Kombination der Instrumente Harfe und Harmonium. Sarah Günnewig und Christoph Lahme machten das Zusammenspiel ihrer Instrumente zu einem neuen Erlebnis. Perlend die Harfe, gefühlvoll seufzend das Harmonium.

Passend dazu der lyrische Tenor Ulrich Cordes, der mit beiden Instrumenten in verschiedenen Kombinationen einen wohligen Dreiklang erzeugte. Die Gäste im Haus der Evangelischen Gemeinde erlebten die Werke in meditativer Stille – es wurde nur zu Beginn und zum Schluss applaudiert – so dass die innere Sammlung nicht unterbrochen wurde.

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