Empfindliche Strafen nach zerstörerischen Diebestouren

Von: hp
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Düren/Langerwehe. Da schüttelten Richter, Staatsanwalt und Verteidiger gleichermaßen die Köpfe, weil sie wohl selten so sinnlose Zerstörungswut aufzuarbeiten hatten.

Gleich mehrere Spuren der Verwüstung hinterließen zwei 20-Jährige und ein 15-Jähriger, die sich jetzt vor dem Jugendschöffengericht verantworten mussten, im Herbst 2011 in Langerwehe.

Vor allem auf öffentliche Einrichtungen hatte es das Trio abgesehen. So brachen die Jugendlichen zweimal in eine Altentagesstätte ein, stahlen Computer, ein Handy, Getränke sowie Lebensmittel und beschmierten Böden und Wände unter anderem mit Sahne, Senf, Waschmittel und Obstkonserven. Noch schlimmer wüteten sie in einer Kindertagesstätte. Dort waren die Schäden so gravierend, dass die Kita für drei Wochen geschlossen bleiben musste. Dort zerstörten sie sogar das Aquarium, in dem die Kinder morgens ihre Fische fütterten.

Weitere Tatorte waren die Unterkünfte von zwei Sportvereinen, wo sie Sportsachen stahlen, zum Abschied dann aber Wände und Böden mit Farbe beschmierten. Ziel der geständigen Täter, von denen ein 20-Jähriger nur bei wenigen Taten dabei war und teilweise auch „nur” Schmiere stand, war schließlich ein Reihenhaus, das sie derart unter Wasser setzten, dass sogar das Nachbaranwesen beschädigt wurde.

Am 22. November war der Spuk vorbei, denn der 20 Jahre alte Haupttäter sowie der 15-Jährige wanderten in U-Haft. Der Jüngere wurde Mitte Dezember in eine Jugendhilfeeinrichtung eingewiesen.

Staatsanwalt Ferdinand Hoffmann hielt den Angeklagten ihre Geständnisse zu gute, plädierte aber angesichts der hohen Schäden gleichwohl auf empfindliche Strafen. Das Gericht unter Vorsitz von Jugendrichter Maik Schwanewilm verurteilte den 20-jährigen Haupttäter unter Einbeziehung einer Bewährungsstrafe vom vergangenen Herbst zu drei Jahren Haft ohne Bewährung und den 15-Jährigen zu zwei Jahren Haft, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wird, sofern er in der Jugendhilfeeinrichtung „sein Leben umkrempelt”. Der bei einigen Taten als Komplize tätige 20-Jährige wurde zu zwei Wochen Dauerarrest verurteilt.

Allerdings erinnerte der Vorsitzende an die zivilrechtlichen Folgen, denn die Schadensersatzansprüche dürften einen sechsstelligen Betrag erreichen. Die Urteile sind rechtskräftig.
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