Kreis Düren - Empfindliche Geldstrafe nach Falschaussage vor Gericht

Empfindliche Geldstrafe nach Falschaussage vor Gericht

Von: hp
Letzte Aktualisierung:

Kreis Düren. Wer als Zeuge vor Gericht nicht die Wahrheit sagt, muss mit Folgen rechnen – selbst wenn der Zeuge unvereidigt bleibt.

Bereits vor einem halben Jahr musste sich eine 26-jährige Frau, die damals noch im Nordkreis wohnte, wegen „falscher uneidlicher Aussage“ vor Gericht verantworten. Aus verschiedenen Gründen platzte der Prozess, unter anderem, weil der Noch-Ehemann der Angeklagten von seinem Recht, nicht auszusagen, Gebrauch machte.

In einem neuen Anlauf wurde vor Gericht noch einmal deutlich, warum die junge Frau von der Staatsanwaltschaft angeklagt wurde. Anfang November 2014 hatte die jetzt Angeklagte in einem Strafprozess gegen den von ihr getrennt lebenden Ehemann als Zeugin offensichtlich ausgesagt, er habe ihr bei einer Auseinandersetzung keine Waffe, sondern eine Taschenlampe an den Kopf gehalten. Für die damalige Zeugin ist dann einiges dumm gelaufen: Vor allen Dingen hatte ihr Noch-Ehemann in seinem eigenen Verfahren ein Geständnis abgelegt und die Benutzung der Waffe zugegeben.

Die Angeklagte sagt nach wie vor, dass ihr Mann bei einem Ehekrach eine Taschenlampe in der Hand gehabt habe. Sie räumt aber ein, dass sie sich nicht ganz sicher sei. Mithilfe von neutralen Zeugen brachte das Gericht mehr Licht in die Geschehnisse vom 29. April 2014.

Demnach hatte das Ehepaar damals Stress, weil der Mann dem Vernehmen nach wegen einer neuen Freundin vermutlich „Schluss machen“ wollte. Nachdem die Ehefrau, die jetzige Angeklagte, ihm eine Ohrfeige gegeben hatte, habe der Mann eine Pistole aus seiner Jacke gezogen und diese seiner Frau an den Kopf gehalten. Ein anderer Zeuge hatte den eigentlichen Vorfall nicht selbst erlebt, aber später die Waffe zur Aufbewahrung erhalten. Auch eine weitere Zeugin versicherte: „Aus meiner Sicht war es eine Pistole.“

Richterin Verena Neft verurteilte die Angeklagte zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 20 Euro, also 2400 Euro. Die 27-jährige möchte ihr bisheriges Leben weitgehend hinter sich lassen und nach eigenem Bekunden neu starten. Sie steht kurz vor ihrer Scheidung und ist umgezogen.

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