Düren - Eltern in Birkesdorf sind wütend

Eltern in Birkesdorf sind wütend

Von: Christina Handschuhmacher
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Üben Kritik an der Schulverwa
Üben Kritik an der Schulverwaltung: Bernd Dienstknecht, Jürgen Braun und Ulrike Braun-Ploj (v.l.) Foto: Abels

Düren. Personalentscheidungen, die über die Köpfe aller Beteiligten getroffen werden. Ein Wasserschaden, der so alt ist wie die Erstklässler selbst, aber bis heute nicht behoben ist. Und Sanitäranlagen, bei denen die Kinder lieber einhalten als auf die Toilette zu gehen.

Dem Schulpflegschaftsvorsitzenden der Katholischen Grundschule Birkesdorf (KGS), Jürgen Braun, und seinem Stellvertreter Bernd Dienstknecht reicht es. Sie suchen die Öffentlichkeit, um gezielt auf die - wie sie sagen - „katastrophalen Zustände” an der KGS Birkesdorf hinzuweisen.

„Das Schulgebäude ist in den 60er Jahren gebaut worden. Seither wurde hier nichts investiert”, sagt Dienstknecht und deutet auf die Jungentoilette. Tatsächlich haben die Urinale und die Toiletten in dem gelb gefliesten Raum schon bessere Zeiten gesehen. Der Förderverein hat gemeinsam mit zahlungswilligen Eltern eigens eine Toilettenfrau engagiert, um - wie Braun sagt -, „wenigstens ein Mindestmaß an Hygiene aufrecht zu erhalten”.

Auch Ulrike Braun-Ploj, deren Tochter Maren die erste Klasse der KGS Birkesdorf besucht, findet: „Das Maß ist voll.” Erst vor wenigen Wochen sei vor der Schule ein Junge angefahren und schwer verletzt worden. Kaum jemand halte sich dort an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern. Die Eltern meldeten ihre Bedenken bei der Stadt, baten um Geschwindigkeitsmessungen oder den Einsatz von Piktogrammen auf der Fahrbahn. Doch bisher ist nichts passiert. „So lange die Situation so ist, lasse ich mein Kind nicht alleine hier lang gehen”, sagt Braun-Ploj.

Eine Investition an der Schule erregt die Gemüter der Eltern besonders: Die 35.000 Euro teure Rampe für Rollstuhlfahrer am Schuleingang. „Kein einziges Kind an dieser Schule sitzt im Rollstuhl, auch kein Lehrer”, sagt Dienstknecht. Der Schulgarten, der sich vorher an dieser Stelle befand, sei für eine Rampe geopfert worden, die kein Mensch bräuchte. Die Schulpflegschaftsvorsitzenden hätten es lieber gesehen, wenn das Geld in andere Projekte investiert worden wäre. Zum Beispiel zur Behebung des Wasserschadens, der seit sieben Jahren die Decke im Hausaufgabenraum der Offenen Ganztagsschule (OGS) „ziert”.

Die Personalsituation in der OGS ärgert die drei Eltern jedoch am meisten: Bei zwei der derzeit vier Erzieherinnen werden die Ende Juli auslaufenden Verträge nicht verlängert. Stattdessen soll eine bereits bei der Stadt fest angestellte Kraft die Stelle übernehmen. „Die Kinder haben enge Bindungen zu den Erzieherinnen”, sagt Braun-Ploj, die sich mit einer Unterschriftenaktion für die Erzieherinnen stark gemacht hat. Zehn Personalwechsel in der OGS-Betreuung innerhalb von nur sechs Jahren seien zu viel, findet sie. Gerade für Schüler mit Migrationshintergrund, nur einem Elternteil oder Lernschwierigkeiten sei eine verlässliche Ansprechperson wichtig.

Zudem werden die derzeit insgesamt drei vollen Stellen für die Betreung der 50 OGS-Kinder auf 2,5 Stellen reduziert. „Das, was hier im Stadtteil los ist, was hier brennt, spiegelt sich eins zu eins auch hier in der Schule wider”, sagt Braun-Ploj und zitiert aus den Richtlinien des Schulministeriums Nordrhein-Westfalen: „Die Qualität des Ganztags darf nicht von der wirtschaftlichen Situation der Kommunen abhängen.”
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