Düren - Eklat in Ratssitzung: „Schwarzer Tag für Entwicklung der Stadt”

Eklat in Ratssitzung: „Schwarzer Tag für Entwicklung der Stadt”

Von: Stephan Johnen
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Düren. Die Dürener CDU fordert den Rücktritt des FDP-Fraktionsvorsitzenden Hubert Cremer vom Amt des 1. stellvertretenden Bürgermeisters der Stadt Düren. „Ich erwarte so viel Anstand von Herrn Cremer, dass er Abstand von diesem Amt nimmt”, sagte der Stadtparteivorsitzende Thomas Floßdorf im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die Dürener CDU stehe voll und ganz hinter ihrer Fraktion und der Entscheidung, die Koalition mit der FDP-Fraktion zu kündigen. Der zweite Versuch, einen neuen Technischen Beigeordneten zu wählen, scheiterte, weil die FDP im Vorfeld zu erkennen gab, den von der SPD bevorzugten Kandidaten zu unterstützen (wir berichteten).

„Unsere Entscheidung für den Kandidaten aus Bad Kreuznach ist keine parteipolitische Geschichte”, stellte Floßdorf am Freitag klar. Auch wenn der Kandidat ein CDU-Parteibuch habe. Der Bewerber aus Troisdorf, der von der SPD favorisiert wird, erfülle aus Sicht der CDU nicht die notwendigen Anforderungen.

Bei der Vorstellung in der CDU-Fraktion und beim Bürgermeister der Stadt sei der 51 Jahre alte Kandidat „sehr selbstbewusst und unhöflich” aufgetreten und habe „eklatante Mängel bei Umgangs- und Höflichkeitsformen” offenbart.

Auch seien Teile der Bewerbungsunterlagen wie Zeugnisse nur auf Nachfrage eingereicht worden, sagte Floßdorf. „Es war die ausdrückliche Bitte des Bürgermeisters, diese Personalie nicht zu ziehen.”

Von Druck auf die Freien Demokraten könne nicht die Rede sein: Der FDP-Fraktion sei früh bekannt gewesen, dass die CDU den Kandidaten aus Troisdorf nicht mitträgt und dass sie sich später für den 50 Jahre alten Kandidaten aus Bad Kreuznach aussprach, der Erfahrung als Stadtplaner und Verwaltungsfachmann habe.

Die von der CDU geschlagene Brücke, sich als Kompromiss auf einen neuen, gemeinsamen Kandidaten zu einigen, habe die FDP ausgeschlagen. Floßdorf habe zudem lange persönlich mit Cremer telefoniert. „Ohne Ergebnis.” Die Kritik der FDP am Verhalten der CDU sei nicht gerechtfertigt.

„Es ist auch ein Unding, sich als Steigbügelhalter für die CDU zu bezeichnen”, sagte Floßdorf. Vielmehr seien die Christdemokraten Steigbügelhalter für Cremer gewesen. Ein Bestandteil der Koalitionsvereinbarung sei das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters für die FDP gewesen. „Ohne CDU und Koalition hätte Herr Cremer dieses Amt nicht inne”, unterstrich Floßdorf. Es sei angemessen, nach dem Bruch der Koalition zurückzutreten.

Per Satzungsänderung machte der Rat damals die Einführung eines dritten Vizebürgermeisters frei, die Opposition protestierte. Die CDU blicke nun nach vorne, sei „für alle Gespräche offen”. „Das Fortkommen der Stadt darf kein Spiel wechselnder Mehrheiten sein”, weiß Floßdorf, dass die CDU Partner braucht, wenn sie weiter mit den Ton angeben möchte.

Ob eine Große Koalition die Lösung sein könnte, dazu könne Liesel Koschorreck, Vorsitzende des SPD-Stadtverbands, keine Aussage treffen. Ihre Partei werde die künftige Strategie für die Ratsarbeit in Kürze beraten.

Eines kann und will Liesel Koschorreck aber bereits jetzt sagen: „Diese Ratssitzung war ein schwarzer Tag für die Entwicklung unserer Stadt. Der CDU geht Machtpolitik vor Sachpolitik.” Das Debakel um die Stellenbesetzung zeige, dass die CDU-Fraktion die Stadtentwicklung eher behindere als sie voranzubringen. Liesel Koschorreck: „Das Ergebnis ist Stillstand.”
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