Eklat bei Kandidatenkür der Dürener Linken

Von: Jörg Abels
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Valentin Veithen führt jetzt die Reserveliste der Partei „Die Linke“ in Stadt und Kreis an. Foto: Abels

Düren. Droht der „Linken“ im Stadtverband Düren die Spaltung? Bei der Aufstellung der Kandidaten für den Stadtrat ist es zum Eklat gekommen. In einer unerwarteten Kampfkandidatur um den ersten Platz auf der Reserveliste hat sich Valentin Veithen, Kreisvorsitzender und Fraktionschef im Kreistag, mit den Stimmen zahlreicher neu gewonnener Mitglieder gegen den amtierenden Linken-Stadtrat Niko Theodoridis durchgesetzt.

Daraufhin verließen Theodoridis, der Rest des Stadtvorstands und weitere Gefolgsleute die Versammlung. Der Stadtverbandsvorstand kritisiert, dass der erneut auch für den Kreistag kandidierende Veithen gegen die Spielregeln der Partei verstoßen habe, die eine Anhäufung von Mandaten ausschließen.

Zwischen Stadt- und Kreisverband gärt es seit langem. Vor allem beim heftig diskutierten Güterverkehrszentrum gab es konträre Meinungen. Während Theodoridis das Projekt kategorisch ablehnte, sah Veithen die Aussicht auf neue Arbeitsplätze und sprach sich in einem ersten Schritt für eine Machbarkeitsstudie aus. Theodoridis habe die Interessen der Grundbesitzer vertreten und die der Sozialschwachen verraten, betont Veithen.

Auch dass Theodoridis im Stadtrat eine Zusammenarbeit mit der SPD kategorisch abgelehnt habe, weil die den abtrünnigen Ex-Linken Mario Papadopoulos in ihre Reihe aufgenommen hatte, stieß bei Veithen auf großes Unverständnis, habe doch die Chance bestanden, die soziale Schieflage in der Stadt ein wenig zu mildern. Der Gipfel, betont Veithen, sei Theodoridis‘ Aussage gewesen, den städtischen Haushaltsplan nicht verstanden zu haben. „Wer den Haushalt nicht versteht, sollte sich aus der Kommunalpolitik raushalten“, sagte Veithen.

Der Stadtverbandsvorstand hingegen stellt sich geschlossen hinter seinen Sprecher und betont, dass Theodoridis als Stadtverordneter in der ablaufenden Legislaturperiode unter schweren Bedingungen ausgezeichnete Arbeit geleistet habe. Der Vorstand wirft Veithen vor, abseits seiner Hartz-IV-Beratungen keine Linke-Politik verfolgt zu haben, sich CDU und FDP im Kreis anzubiedern und den Stadtverband zu ignorieren.

Beisitzer Martin Cottmann ist nach dem Eklat bereits aus der Partei ausgetreten. Theodoridis, der seit 2004 dem Stadtrat angehört, der Rest des Vorstands und weitere Mitstreiter überlegen noch, wie es weitergehen soll. Eine Zusammenarbeit mit Valentin Veithen schließen sie kategorisch aus.

Der will bei den Wahl im Mai mit der Linken wieder in Fraktionsstärke in den Stadtrat einziehen. Ralf Zorn, Maria Wiegand und Norbert Bartsch folgen ihm auf der Reserveliste. In nur 13 der 25 Wahlbezirke tritt „die Linke“ mit einem eigenen Kandidaten an.

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