Eisenbahnbrücke wird erst 2014 erneuert

Von: Jörg Abels
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Täglich passieren rund 25.000 Fahrzeuge die Brücke der B56 über die Bahnstrecke. 2014 soll sie abgebrochen und erneuert werden. Foto: Abels

Düren. Dass schon kleinere Schönheitskorrekturen an der Lebensader B56 größere Behinderungen zur Folge haben, bekommt jeder Verkehrsteilnehmer dieser Tage im Zuge der Fahrbahnerneuerung an der Zufahrt ins „Große Tal” zu spüren. Was aber passiert erst, wenn der Neubau der Schoellerstraßenbrücke über die Eisenbahn ansteht?

Projektleiter Ernst Gombert vom Landesbetrieb Straßenbau in Aachen spricht „von einer Operation am offenen Herzen der Stadt”, die 2014 ansteht. Dann muss das Stahlbetonbauwerk aus den 50er Jahren zwingend erneuert werden. Das hat ein Gutachten ergeben. Einsturzgefährdet aber ist die Brücke nicht, zerstreut der Planer bereits kursierende Gerüchte. „Bis 2014 erwarten wir keinerlei Einschränkungen für den Verkehr.” Denn die maroden Lager, die bei einer Routineuntersuchung entdeckt worden waren, sind mittlerweile gesichert.

So haben die Planer gut drei Jahre gewonnen, die sie aber auch händeringend benötigen; vor allem für ein ausgeklügeltes Verkehrslenkungskonzept, das einen Verkehrsinfarkt in Düren verhindern soll. „Natürlich wäre es wünschenswert, wenn bis dahin die Ostumgehung B56n fertiggestellt wäre”, weiß auch Gombert um den Königsweg für die Lösung vieler Dürener Verkehrsprobleme. Doch das liegt nicht in der Macht der Planer. Das sei eine politische Entscheidung.

Deshalb zieht der Landesbetrieb auch andere Überlegungen in seine Planungen mit ein, um ein Chaos während der rund zweijährigen Bauzeit zu verhindern. Nicht unerheblich wäre die Fertigstellung der neuen A4-Anschlussstellen Luchem und Merzenicher Heide. Sie würden größere Verkehrsströme über die B264 im Westen und Osten gen Düren lenken.

Denn während der rund zweijährigen Bauzeit der neuen Stahlbogenbrücke, die auf der nahen Brückenstraße vormontiert werden soll, wird die B56 in Düren zum Nadelöhr. „Aufgrund der räumlichen Gegebenheiten können wird nur eine rund 70 Meter lange Behelfsbrücke mit zwei Fahrstreifen und einem Radweg installieren”, erklärt Gombert - westlich in Richtung Bahnhof.

Das nur gut zehn Meter neben der bisherigen Konstruktion liegende Stellwerk der Bahn lässt eine vierspurige Behelfsbrücke nicht zu. Bei rund 25000 Fahrzeugen täglich, die sich heute über vier Spuren ihren Weg durch Düren bahnen, braucht es keinen Mathematiker, um zu ahnen, dass der Verkehr ohne Lenkungsmaßnahmen bei nur noch zwei Fahrbahnen zusammenbrechen würde.

Apropos Bahn: Mit der steht der Landesbetrieb Straßenbau längst in engem Kontakt, schließlich muss während der Abrissarbeiten der alten Brücke auch die Bahnstrecke komplett gesperrt werden. Von einer Sprengung will der Landesbetrieb absehen. Zum einen könnten angrenzende Gebäude, zum anderen das umfangreiche Leitungsnetz an den Bahnkörpern beschädigt werden. Daher soll die Brücke auf konventionelle Art abgerissen werden, mitilfe von Spezialbaggern. Die aber werden rund eine Woche benötigen. Und in dieser Zeit muss nicht nur der Fernverkehr umgeleitet, sondern auch eine Lösung für die Pendler gefunden werden. Deshalb favorisiert Ernst Gombert schon jetzt die Ferien für den Abriss.

Die Kosten für den reinen Brückenneubau mit zwei Stahlbögen kalkuliert der Landesbetrieb mit zwei bis 2,5 Millionen Euro, ohne die Kosten der Bahn und ohne zusätzliche Maßnahmen in der Stadt Düren. Zu denen gehört auch eine Ersatzanbindung für das Gewerbegebiet Distelrather Straße, das während der Neubauzeit nicht über die Brückenstraße angefahren werden kann.

Anbieten würde sich - und das sieht Gombert genauso wie Dürens Tiefbauamtsleiter Heiner Wingels - eine Verbindung zur B264 auf der Trasse der künftigen B56n. Das könne aber nur provisorisch sein, einen vorgezogenen Teilausbau hält Gombert für unrealistisch.
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