„Einzig das Vergängliche ist auch wertvoll“

Von: sj
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Mehr als 120 Menschen haben sich an der Aktion des Künstlers Ira Marom beteiligt. Bis Sonntagabend war der Teppich im Gemeindezentrum zu sehen. Foto: Stephan Johnen

Kreuzau. Das Ergebnis ist beeindruckend – und äußerst fragil und vergänglich zugleich. Mehr als 120 Porträts fügen sich zu einer über zehn Quadratmeter großen Collage. Es sind die Porträts von Flüchtlingen und Einheimischen, von Einzelpersonen, Paaren und ganzen Familien. Es ist ein Teppich aus bedrucktem Sand.

Mit einem Finger ließen sich die Porträts wieder verwischen. „Einzig das Vergängliche ist auch wertvoll“, findet Künstler Ira Marom, der mit der Evangelischen Gemeinde und der Kreuzauer „Welcome“-Initiative dieses Projekt in der vergangenen Woche gestartet hatte. Die Verletzbarkeit der Porträts auf Sand und die Verletzbarkeit der Menschen verbinde über Grenzen hinweg. „Wir wollen die Gemeinschaft betonen, die Begegnung der Menschen sichtbar machen“, erklärt Pfarrer Martin Gaevert.

Bis Sonntagabend war das Ergebnis im Gemeindehaus zu bewundern. Eigentlich sollte das vergängliche Kunstwerk danach in der Rur aufgelöst werden. Ob dies erlaubt ist oder nicht, werde derzeit noch geklärt. Bis dahin hat Ira Marom die einzelnen Porträts aus dem Teppich wieder herausgelöst – und sie in Pizzakartons verstaut.

„Ich war überrascht, dass so viele mitgemacht haben“, sagte Marom am Sonntag. Immer mehr Menschen kamen in der vergangenen Woche in das evangelische Gemeindehaus nach Kreuzau, um sich an der Aktion des Künstlers zu beteiligen. Immer mehr Paletten mussten aufgestellt werden, damit der wachsende Teppich aus Sand darauf Platz fand. Es blieb auch ausreichend Raum für Gespräche, für den Austausch. Es ist gut möglich, dass diese Aktion an anderer Stelle wiederholt wird. „Ich habe in den vergangenen Tagen mehrere Anfragen bekommen“, sagte Ira Marom.

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