Hambach - Einweihung des Flüchtlingsheims: Ein neues Haus mit vielen Möglichkeiten

Einweihung des Flüchtlingsheims: Ein neues Haus mit vielen Möglichkeiten

Von: Simone Dolfus
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Zwei Küchenzeilen, getrennte Sanitärräume und ein Wäscheraum wurden von den Besuchern unter die Lupe genommen. Foto: Dolfus

Hambach. „Der Termin mag manch einen verwundern, aber wir als Gemeinde Niederzier haben dabei ein bisschen an die Weihnachtsgeschichte um die Herbergssuche gedacht“, betonte Niederziers Bürgermeister Hermann Heuser (SPD) in seiner Ansprache. „Auch hier geht es schließlich darum, Menschen ohne Obdach eine Wohnung zu geben.“

Die Gemeinde hatte zur feierlichen Einweihung des neuen Flüchtlingsheimes an der Triftstraße in Hambach eingeladen.

Das Achteck – baugleich mit der bereits im Frühjahr in Ellen eingeweihten Unterkunft und der in der Neuen Mitte kürzlich eröffneten Kita – soll als Ersatz für die aus den 1990er Jahren stammenden Flüchtlingsunterkünfte in Oberzier (Heideweg/Selhausener Weg) dienen. Diese Fertighäuser konnten nicht mehr saniert werden, sie werden abgerissen. Die ehemaligen Bewohner sind vorerst in der Unterkunft im früheren Casino in Niederzier untergekommen.

In das schmucke neue Heim in Hambach sollen dennoch zunächst keine Bewohner einziehen. Denn bekanntlich kommen aktuell weit weniger Menschen nach Deutschland, als im Jahr 2015, als der Bau geplant wurde. „Wir müssten laut Quote bis Ende des Jahres noch 50 Flüchtlinge in unserer Gemeinde aufnehmen, aber momentan sieht es nicht danach aus, als ob noch jemand kommt“, sagte Heuser.

Zudem kommen für den modernen Neubau nur „verträgliche“ Bewohner in Frage. Schließlich wolle man sich die Unterkunft nicht direkt wieder zerstören lassen. In Frage kämen insbesondere Familien, doch die Realität der Zuwanderung sehe tatsächlich anders aus. Der Großteil der Flüchtlinge bestehe aus allein eingereisten Männern zwischen 20 und 30 Jahren. Die wolle die Gemeinde weiterhin lieber in der Sammelunterkunft in Niederzier beherbergen.

340 Quadratmeter groß

Klaus-Peter Graß (SPD), Hambacher Ortsvorsteher, erläuterte gegenüber den zahlreichen Bürgern, Ratsmitgliedern, Mitarbeitern der Verwaltung, Gemeinde-Architekt Achim Molls und Walfried Heinen von der Firma Innogy, dass ohnehin nur jene Flüchtlinge in einer solchen Unterkunft Wohnung finden könnten, deren Asylverfahren noch laufe. Akzeptierte Flüchtlinge könnten eigenen Wohnraum anmieten, für Abgewiesene seien Bund und Länder zuständig.

Kommen langfristig keine Flüchtlinge mehr nach Niederzier, könne mit Sicherheit über eine anderweitige Nutzung des multifunktionalen Baus nachgedacht werden, so Hermann Heuser. Schließlich gebe es in Hambach bislang kein Dorfgemeinschaftshaus, so dass das Heim an der Triftstraße beispielsweise von den Ortsvereine oder auch von der OGS der Katholischen Grundschule genutzt werden könnte. Angesichts des hohen Bedarfs an Kinderbetreuungsplätzen sei auch an eine Nutzung als Kita zu denken.

Der Bürgermeister zeigte sich sichtlich stolz auf das vom gemeindeeigenen Architekten Achim Molls entworfene, 340 Quadratmeter große Achteck-Haus, das in sechs Wohnräumen maximal 45 Personen beherbergen könnte. Es gibt darin zwei Küchen, getrennte Sanitärräume und einen Waschraum mit Waschmaschine und Trockner. Die Räume können mittels Trennwände kurzfristig weiter aufgeteilt werden.

Das Haus ist zudem mit modernster Haustechnik – unter anderem einer Luft-Wasser-Wärmepumpe – ausgestattet, die zentral aus dem Rathaus gesteuert werden kann. Die Gesamtkosten liegen bei 500.000 Euro, Innogy beteiligte sich mit einer Spende von 20.000 Euro, wie der Bürgermeister erwähnte.

Sowohl was Bau- als auch Betriebskosten angehe, habe die Gemeinde damit vergleichsweise günstig gebaut und auch das Konzept des Architekten habe bundesweit Beachtung gefunden, so Heuser weiter. Dank des Einsatzes des Bauhofs bei den Dachdecker- und Elektroarbeiten konnten die Kosten weiter gesenkt werden. Heuser: „Was wir selbst erledigen konnten, haben wir auch gemacht.“

In den nächsten Wochen und Monaten wird sich nun zeigen, für welchen Zweck der Neubau tatsächlich genutzt werden wird. Sollten tatsächlich noch einmal Flüchtlinge kommen, so hatte Heuser noch einen Weihnachtswunsch: „Nehmen Sie die Menschen mit offenen Armen auf, so wie Sie es bisher auch schon getan haben!“

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