Niederzier - Einsatz für Recht und Respekt im Revier

Einsatz für Recht und Respekt im Revier

Von: Jörg Abels
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Theo Schlößer, Vorsitzender der BI „Unser Revier – Unsere Zukunft – An Rur und Erft“, setzte sich in Niederzier vor rund 200 Kundgebungsteilnehmern für mehr Recht und Respekt im Revier ein und verurteilte bewussten Rechtsbruch. Foto: Abels
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Der Stein des Anstoßes: die rechtswidrigen Aktionen der Aktivisten auf der Hambachbahn... Foto: Gerhards
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... und im Tagebau Garzweiler am vergangenen Wochenende. Foto: Gerhards

Niederzier. „Ich habe Angst, dass wir hier im Revier zum Aufmarschgebiet für Radikale werden.“ Theo Schlößer, Vorsitzender der Bürgerinitiative (BI) „Unser Revier – Unsere Zukunft – An Rur und Erft“, spricht den Teilnehmern der ersten Kundgebung des vor vier Monaten gegründeten Vereins am Freitagmittag in der „Neuen Mitte“ Niederzier aus dem Herzen.

Unter dem Motto „Meinungsvielfalt ja! Für Recht und Respekt im Revier“ positionieren sich rund 200 Bürger, darunter auch aktive und ehemalige RWE-Mitarbeiter, gegen die „skandalösen Ereignisse im Tagebau Garzweiler und auf der Hambachbahn am vergangenen Wochenende“, wie es Arthur Oster, früher Tagebauchef in Inden und 2. Vorsitzender der BI, formuliert.

„Bewusst Gewalt angewendet“

„Mit großer Besorgnis haben wir beobachten müssen, dass sogenannte Aktivisten, die ganz überwiegend von außerhalb des Reviers stammen, die notwendigen sachlichen Auseinandersetzungen um das Thema Braunkohle zu einem Konflikt eskalieren ließen“, stellt Schlößer fest. „Da haben Chaoten bewusst und gezielt Recht gebrochen und Gewalt angewendet“, ergänzt Oster.

Die BI begrüßt ausdrücklich die Meinungsvielfalt in der Diskussion um den Klimawandel und die Zukunft der Braunkohleverstromung. „Demokratie und Pluralismus leben aber existenziell davon, dass man die Meinung des anderen respektiert“, fordert Schlößer. „Am vergangenen Wochenende ist dieser Grundsatz unter dem Mantel des sogenannten „zivilen Ungehorsams“ ausgehebelt worden.“ Schlößer verweist auf die 800 Strafanzeigen, die eine mehr als bestürzend deutliche Sprache sprächen.

Es sei legitim über die richtige Energiepolitik zu streiten, räumt auch Niederziers Bürgermeister Hermann Heuser in einem Grußwort ein. „Aber diese Auseinandersetzung muss mit Argumenten und nicht mit Gewalt geführt werden“, betont der SPD-Politiker und zeigt allen, die „diese Grundprinzipien missachten“, symbolisch die „Rote Karte“. „Ihnen muss mit allen rechtsstaatlichen Mitteln Einhalt geboten werden.“

Für die BI steht fest, dass die Braunkohle auch in Zukunft noch unbedingt erforderlich sei und die Energiewende erst ermögliche. Sie sei der Stabilitätsanker für das deutsche Stromnetz, betont Schlößer, der einzige heimische Energieträger, der tatsächlich jederzeit die sichere Versorgung unseres Landes garantieren könne.

Auch Heuser stellt fest, es sei „töricht und volkswirtschaftlich unverantwortlich“, die in den Tagebauen Inden, Hambach und Garzweiler genehmigten Braunkohlevorräte nicht zu nutzen, um damit die Energiewende im Sinne einer sicheren und vor allen Dingen bezahlbaren Stromversorgung zu begleiten. Heuser weiter: „Wir wollen keinen Strukturbruch, wir wollen einen geordneten und volkswirtschaftlich verantwortlichen und geplanten Strukturwandel, der den Menschen in unserer Region auch künftig Auskommen, Arbeit und Wertschöpfung bietet.“

Die 200 Kundgebungsteilnehmer applaudieren. „Der Tagebau ist nicht nur ein Eingriff in die Landschaft, sondern hinterlässt auch neue, reizvolle Landschaften“, ergänzt Schlößer. „Wir wollen, dass Bürger dieser Region gehört werden und mitbestimmen können, wenn es um die Zukunft unserer Heimat geht“, fordert der BI-Vorsitzende. „Wir wollen nicht fremdbestimmt sein durch sogenannte Aktivisten, die zu unserer Heimat keinen Bezug haben.“

Theo Schlößer ruft die Bürger zwischen Rur und Erft auf, sich der Initiative anzuschließen. „Nur so können wir in der Region und über deren Grenzen hinweg ein Bewusstsein schaffen, das Argumente und Meinungsvielfalt nicht durch Straftaten zu ersetzen oder zu untermauern sind.“ Die SPD-Landtagsabgeordneten Peter Münstermann (Schlich) und Guido van den Berg (Bedburg) sowie den CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Georg Kippels haben sie bereits auf ihrer Seite.

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