Einmal Robert Lewandowski interviewen

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leine Zeitungsmacher ganz groß: Rund 30 Jungen und Mädchen machen bei der Schülerzeitungsredaktion der Stockheimer Grundschule mit. Foto: Sandra Kinkel

Stockheim. Der Name ist Programm. „Maulwurf“ heißt die Schülerzeitung der Katholischen Grundschule in Stockheim. Und für diesen Namen gibt es eine ziemlich logische Erklärung: „Der Maulwurf ist natürlich in erster Linie unser Maskottchen“, sagt Finja (9).

„Aber wir haben den Maulwurf und kein anderes Tier als Glücksbringer und Zeitungsnamen, weil wir so wie ein Maulwurf nach Nachrichten, Geschichten und Rätseln graben. Wir buddeln die quasi aus.“ Knapp 30 Kinder aus dem dritten und vierten Schuljahr der Grundschule in dem kleinen Ortsteil von Kreuzau machen bei der Schülerzeitungs-AG mit, der „Maulwurf“ erscheint viermal im Jahr.

Regelmäßig nimmt die Schülerzeitung am Schülerzeitungswettbewerb der Sparkassen im Rheinland teil. Der „Maulwurf“ hat schon zweite und dritte Preise gewonnen. Ende Juni, als die Preisverleihung des Wettbewerbs beim Zeitungsverlag Aachen, der auch für Karla und diese Zeitung zuständig ist, stattgefunden hat, konnten die „Maulwurf“-Kinder sich sogar über einen tollen ersten Preis freuen.

Besonders gelobt worden ist die Zeitung aus Stockheim wegen ihrer großen Themenvielfalt. Das, so die Jury, sei wirklich viel Arbeit, die die Kinder aus Stockheim sich machen würden. Mit dem ersten Preis auf Landesebene haben die „Maulwurf“-Kinder sich für den Bundeswettbewerb qualifiziert.

Genau wie andere, professionelle Zeitungen auch, hat auch der „Maulwurf“ verschiedene Ressorts, also Themengebiete. In der Schülerzeitung aus Stockheim gibt es beispielsweise die Ressorts Schulnachrichten, Weltnachrichten, aber auch Geschichten, Rätsel und Tierwelt. Alwin (10) ist Nachrichten-Chef der „Maulwurf“-Redaktion.

„Ich interessiere mich sehr für alles, was in der Welt passiert“, sagt der Viertklässler. „Ich gucke auch gerne Nachrichten im Fernsehen.“ Zuletzt hat Alwin über den Brexit geschrieben und den neuen amerikanischen Präsidenten Donald Trump. „Brexit“, erklärt der Nachrichten-Chef , „bedeutet, dass Großbritannien nicht mehr länger in der Europäischen Union sein möchte. Und Donald Trump ist nicht besonders beliebt.“ Eins ist Alwin klar: Die Sachen, die im „Maulwurf“ veröffentlicht werden, müssen sehr gut erklärt sein. „Die Kinder, die die Nachrichten lesen“, sagt der Junge, „müssen alles gut verstehen können. Und das, was in unserer Zeitung steht, muss auch stimmen. Da müssen wir sehr sorgfältig sein.“

Manchmal führen die „Maulwurfler“ auch Interviews – mit Lehrern, Trainern ihrer Sportvereine und Peter Borsdorff, dem „Läufer mit der Sammelbüchse“. „Der sammelt Geld für kranke Kinder“, erzählt Freya. „Und wir wollten einmal wissen, warum er das macht.“

„Ich würde gerne einmal Robert Lewandowski oder Julian Draxler interviewen“, erzählt der achtjährige Max. „Das fände ich total toll. Aber das ist schwer, Profi-Fußballer zu treffen.“

Lena (9) träumt von einem Interview mit Lina Larissa Strahl, einer Schauspielerin, die bei „Bibi und Tina“ mitspielt. Und Paul würde gerne einmal Julian Bam treffen, der einen eigenen YouTube-Kanal mit mehr als vier Millionen Abonnenten hat.

Ein wichtiger Teil der Schülerzeitung sind darüber hinaus Fantasiegeschichten. Anna (9) ist begeisterte Autorin solcher Geschichten, die letzte, die sie geschrieben hat, hatte mehr als 1000 Wörter. „Das war eine Geschichte über einen Reiterhof“, erzählt die Grundschülerin. „Ich mag Pferde sehr. So bin ich auf dieses Thema gekommen.“  Neben Rätseln und Lückentexten gibt es im „Maulwurf“ auch sogenannte „Elfchen“. Freya erklärt, was das ist. „‚Elfchen‘ sind so etwas wie Gedichte. Der Name kommt daher, dass jedes ‚Elfchen‘ aus elf Worten besteht. Jede Zeile bekommt immer ein Wort mehr, bis es insgesamt elf sind.“

Die Nachwuchs-Journalisten haben in der Regel drei Monate Zeit, um Nachrichten, Fantasiegeschichten und Rätsel fertigzumachen. Danach wird der „Maulwurf“ gedruckt und gebunden. Alyah erklärt: „Natürlich verkaufen wir unsere Zeitung auch. Und deswegen brauchen wir immer so um die 100 Exemplare.“ Die Hefte, die in der Regel 52 Seiten stark sind, kosten 50 Cent. „Wir nehmen also Geld ein“, erklärt Alyah. „Und das brauchen wir, um drei Monate später wieder neue Zeitungen drucken zu können.“

Wie alle anderen Schüler auch haben die preisgekrönten Journalisten aus Stockheim jetzt erst einmal Sommerferien. Danach braucht der „Maulwurf“ neue Journalisten und vor allem auch neue Chefredakteure und einen neuen Nachrichten-Chef, weil Alyah, Michael und Alwin dann auf die weiterführende Schule gehen. „Wir machen aber auf jeden Fall weiter“, sagt Lena. „Mit neuen Kindern.“

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