Einkaufen zu Fuß: Geht das noch?

Von: alba
Letzte Aktualisierung:

Kreis Düren. Den Supermarkt zu Fuß erreichen? Oder doch mit dem Wagen in die Nachbargemeinde fahren? Solche Fragen beantwortet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen mit einem Daseinsvorsorgeatlas für 15 Gemeinden in der Nordeifel darunter auch fünf, die im Kreis Düren liegen.

Auf diversen Karten sind die Geschäftsstandorte in und um die Gemeinden zur Versorgung mit Lebensmitteln dargestellt – in einem Umkreis von einem Kilometer. „Diesen Radius haben wir als fußläufig zugrunde gelegt“, erklärt Fritz Rötting, Sprecher der IHK. Eine Farbampel zeigt die Situation im 1000-Meter-Umfeld (siehe Vergleichsgrafik). Ein Beispiel: In Nideggen sind Nahversorger für 65,7 Prozent der Menschen fußläufig erreichbar.

Mit dem Atlas wolle die Kammer Städten, Gemeinden, Ortsvorsteher und Wirtschaftsförderern eine Orientierungs- und Entscheidungshilfe bieten, wo aktuell oder künftig ein Handlungsbedarf zur Sicherstellung der Versorgung bestehe. „Bei der Grundversorgung sprechen wir von alltäglichen Lebensmitteln wie Brot, Käse, Butter, Eier“, zählt Rötting auf. Die Auswahl habe man als Querschnitt durch die verschiedenen Einkaufssituationen getroffen.

Hilfe zur Orientierung

Geht das noch – die Einkäufe zu Fuß erledigen? Vier der fünf erfassten Gemeinden im Südkreis schneiden in der Studie ordentlich ab, sagt der IHK-Sprecher. „Wobei die Bedingungen innerorts oft verschieden sind. Beispiel Hürtgenwald: „In Kleinhau ist die Anbindung vernünftig, in Gey dagegen eingeschränkt.“

Beim Vergleich fällt nur die Gemeinde Vettweiß ab. Sie stelle durchaus ein Kuriosum dar, sagt Fritz Rötting. „Dort leben verhältnismäßig viele Menschen mit einer eher mäßigen Versorgungssituation. Die ist trotzdem sichergestellt, da viele Vettweißer, die etwa in Düren oder umliegenden Orten arbeiten, unterwegs einkaufen.“

Zwar sei heutzutage Mobilität fast überall gewährleistet, „aber was ist, wenn die gesundheitliche Situation Autofahren oder weitere Fußwege nicht mehr zulässt?“ Die Gemeinden müssten mit darauf achten, dass die Versorgung der Bevölkerung umfassend funktioniere, auch um den Lebensraum attraktiv zu halten.

„Schlimmste Konsequenz wäre die Verödung ländlicher Gebiete, weil immer mehr Leute weg ziehen.“ Für die kurzen Wege seien Dorfläden oder rollende Märkte essenziell, „da, wo Discounter sich einfach nicht ansiedeln“.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert