Einheimische und Migranten feiern gemeinsam beim Nachbarschaftsfest

Von: Anke Holgersson
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Omar Jobe präsentiert Arbeiten, die Kinder in seinem Workshop gefertigt haben. Foto: Holgersson

Düren. Einheimische und Migranten sangen, tanzten und musizierten im Wechsel beim Nachbarschaftsfest der Arbeitsgruppe „Neue Nachbarn in Düren Südost“. Rap und Hip-Hop der jungen Sänger von EvOa-Music schallte rhythmisch über den Platz An-St.- Bonifatius.

Mehr als 15 weitere Beiträge waren angemeldet und wurden von Moderator Andreas Claßen angesagt. Auf der Wiese gab es jede Menge Spielmöglichkeiten für Kinder. So lockten Hüpfburg und Kettcars. Wer wollte, konnte sich aber auch zur Tierfigur schminken lassen, Enten angeln oder ein sogenanntes Aerotrimm-Gerät ausprobieren und sich dabei mehrfach um die eigene Achse drehen lassen. Daneben: Acrylbilder-Malen mit Omar Jobe. Er kommt aus Gambia, ist Künstler und seit etwa zwei Jahren in Düren. Jobe hat sehr aktiv im Team „Neue Nachbarn“ mitgearbeitet. Er möchte Teil der Gemeinschaft sein, die er als freundlich und sehr nett empfinde, sagt er. Nach nur fünf Monaten Deutschunterricht konnte er bereits eine Lehre als Maler und Lackierer aufnehmen.

Viele Helfer verkauften Speisen, die alle in Eigenregie hergestellt wurden. Der aus Indien stammende Ketan Patel hat sich besonders engagiert. Er und seine Familie leben ebenfalls seit 2015 in Düren. Patel kocht auch beruflich. Seine Omelette konnten die Besucher vor Ort genießen.

2015, als besonders viele Geflüchtete ankamen, überlegten sich Menschen aus dem Stadtteil Düren Südost, wie sie das nachbarschaftliche Miteinander fördern könnten. Angelika Isecke, Thomas Wagner, Gabi Riem und Jean Jacques Badji sind Mitglieder der aus diesen Überlegungen hervorgegangenen Arbeitsgruppe. „Es war uns wichtig, den Menschen vor Ort die Ängste vor den Ankommenden zu nehmen“ sagte Badji. „Und wir hielten es für sinnvoll, dass die Zuwanderer direkt Teil des Organisationsteams sein sollten – Integration von Anfang an. Die Sonntagstreffen waren etwas ganz Besonderes. Dann hat nämlich jeder mal ein Gericht aus seinem Heimatland gekocht. Das hat etwas sehr Verbindendes“, meint Isecke.

Rund 500 Besucher

Die vier schätzten die Gesamtzahl der Besucher des Nachbarschaftsfestes auf etwa 500. „Es ist ein Kommen und Gehen“ sagte Gabi Riem. „Aber wenn man bedenkt, wie viele Veranstaltungen gerade in Düren laufen, freuen wir uns sehr über den guten Zuspruch.“

Besonderes Engagement bei den Vorbereitungen zeigten auch die Pfarre St. Lukas, die Evangelische Gemeinde zu Düren, die Hicret Moschee und der Integrations- und Bildungsverein. Sie beendeten das Fest gemeinsam mit einer interreligiösen Feier.

Am Donnerstag, 28. September, 16 Uhr, startet der nächste Begegnungsnachmittag im Bürgerhaus Düren Südost, Nörvenicher Straße 9. Das Thema lautet „Lesen und Vorlesen“. Die Veranstaltung ist für alle geöffnet. Weitere Informationen gibt es per E-Mail an neuenachbarn@dueren-suedost.de.

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