Einfach jeck: Unterwegs mit Dürens Tollitäten

Von: Sandra Kinkel
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Muntere Truppe: Gut 14 Stunden waren Prinzessin Claudia I., Hofdame Elke Tresemer-Steiger und Prinz Marc I. (von links) am Samstag unterwegs. Auch zu späterer Stunde war die Stimmung im Prinzenbüsschen noch bestens. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Kai Ulhas kann so schnell nichts aus der Ruhe bringen. Auch nicht die nassen Füße der Dürener Karnevalsprinzessin. Es ist Samstagabend, 19 Uhr, und das Dürener Prinzenpaar Marc und Claudia Herpertz hat einen ziemlich engen Zeitplan. Sechs Auftritte in vier Stunden – das ist knapp.

KG „Kick ens“, Narrenzunft“, „Jüzzenije Plüme“, „Rurkei“, „Närrische Nord-Dürener“ und die Birkesdorfer „Grieläächer“ haben alle einen Besuch des Prinzenpaares „gebucht“. Das ist eigentlich nur zu schaffen, wenn der Fahrer des Prinzenbusses flott unterwegs ist.

Natürlich nur so flott, wie es die Straßenverkehrsordnung erlaubt, aber eben flott genug, dass die Eimer mit den Rosen, die das Prinzenpaar verteilt, schon einmal gefährlich in die Kurve gehen. Oder sogar umkippen und der Prinzessin nasse Füße bescheren. „Kai, pass bitte auf unsere Blumen auf!“ wird der geflügelte Satz des Abends.

Rund 120 Auftritte absolvieren Prinz Marc und Prinzessin Claudia in einer recht kurzen Session, am Samstag war der Prinzentross insgesamt gut 14 Stunden unterwegs. Und die „DN“ waren im Prinzenbus dabei.

Der Tag ist perfekt durchgeplant, Verzögerungen darf es nicht geben: Morgens veranstaltet das Festkomitee seinen Rundgang durch die Innenstadt, um 9 Uhr hat Kai Ulhas das Prinzenpaar, Adjutant Axel Steiger und Hofdame Elke Tresemer-Steiger abgeholt. Außerdem sind noch der zweite Fahrer Tim Tresemer, ein Fotograf und ein Kameramann mit dabei. Der Bus ist voll. Nachmittags wird Station in einem Seniorenheim gemacht, abends geht es dann richtig los. „Heute wird es hektisch“, lacht Claudia Herpertz. „Das wird bisher unser anstrengendster Abend.“

Und der beginnt gleich mit einer Planänderung. Bei der „Buuresitzung“ der „Kick ens“ in Rölsdorf ist um 19.15 Uhr noch wenig los. „Nur fünf Leute im Saal“, so Adjutant Axel Steiger. „Das ist zu wenig, wir fahren zuerst zu Narrenzunft und kommen später wieder.“ Gesagt, getan.

Axel Steiger und Marc Herpertz sind ein eingespieltes Team. Die beiden Männer sind nicht nur gute Freunde, sie sind beide auch Vollblutkarnevalisten und kennen das Geschäft. „Karl-August Plönnes freut sich, wenn wir früh bei der Narrenzunft sind“, weiß Marc Herpertz, der nicht nur Prinz, sondern auch Geschäftsführer des Festkomitees Dürener Karneval ist. „Also los.“

Wenig Zeit

Karl-August Plönnes freut sich wirklich, kaum angekommen, kann das Prinzenpaar samt Gefolge und der musikalischen Begleitung des Tambourcorps „Einigkeit Birkesdorf“ auf die Bühne. Es muss schnell gehen, um 20.30 Uhr muss die Truppe schon in Gürzenich sein. Trotzdem singen Marc und Claudia Herpertz „Atemlos“, ihr Prinzenlied, trotzdem werden Orden verteilt. „Ich notiere genau, wer schon Orden bekommen hat und wer noch nicht“, sagt Axel Steiger. „Manche Leute sind sehr empfindlich, wenn sie keinen bekommen.“

Die Truppe sitzt längst wieder im Bus, Kai Ulhas kennt den kürzesten Weg nach Gürzenich. „Kai, pass bitte auf unsere Blumen auf!“, ruft Prinzessin Claudia in einer wirklich harmlosen Kurve. Alle lachen. Die Stimmung ist fröhlich, familiär. Aus dem Radio kommt Karnevalsmusik, alle singen mit. Claudia Herpertz hat für Verpflegung gesorgt. Wer Hunger hat, kann Käsewürfelchen und Würstchen knabbern.

Ankunft in Gürzenich, 20.25 Uhr. Prinzenpaar und Gefolge liegen bestens in der Zeit. Aber beim Dämmerschoppen der „Jüzzenije Plüme“ stimmt der Zeitplan nicht. Zwei Gruppen sind noch vor den Dürener Tollitäten dran, vor 21 Uhr kann der Auftritt nicht beginnen. Um 21.15 Uhr müssen Marc und Claudia Herpertz aber schon wieder im Winkelsaal sein. Kurze Beratung mit Festkomitee-Präsident Peter Schmitz, dann die Entscheidung: „Wir können nicht warten. Auf nach Niederau!“

„Das geht nicht anders“, sagt Marc Herpertz. „Beim besten Willen nicht.“ Zum Glück sind solche Entscheidungen nur selten nötig. Peter Schmitz: „In der Regel funktioniert der Zeitplan. Unser und der der Gesellschaften, wo wir auftreten. Aber Wartezeiten von fast 40 Minuten sind an einem Abend wie heute nicht möglich.“ Schmitz befürchtet, dass der Zeitplan im nächsten Jahr noch knapper ist. „Die Session ist noch eine Woche kürzer. Da muss alles noch besser durchgetaktet sein.“ Prinz und Prinzessin tut der ausgefallene Auftritt in Gürzenich leid. „Es ist schade, dass wir nicht auf die Bühne konnten“, sagt Claudia Herpertz. „Aber es ist nicht zu ändern.“

„Eimol Prinz zu sin“

Kai Ulhas dreht das Radio auf. „Eimol Prinz zo sin“ erklingt, es wird wieder gesungen, während es weitergeht nach Niederau. Zur Sitzung der Karnevalsgesellschaft „Rurkei“. Das kurze Stimmungstief ist vorbei. Kai Ulhas gibt Gas. Pünktlichkeit ist alles. Claudia Herpertz fängt an zu lachen. „Kai, bitte pass auf unsere Blumen auf!“ Da ist er wieder, der meistgehörte Satz des Abends. Angemerkt

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