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Eine Zeitreise in das Mittelalter

Von: nile
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Gut gerüstet: Andreas Krüger zeigte den Kindern, was es heißt, ein echter Ritter zu sein. Foto: Nina Leßenich
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Stolz auf sein selbst gebasteltes Schwert: der siebenjährige Philipp.

Nideggen. Eine etwa 30 Zentimeter lange Holzlatte, zwei robuste Stöcke und etwas Kordel – mehr braucht es nicht, um ein Holzschwert zu basteln. Und das haben Knappen im Mittelalter dringend gebraucht, wie Hilde Amrein weiß.

„Wer ein echter Ritter werden wollte, musste erst einmal mit Holzschwertern üben”, erklärte die Referentin den 20 Kindern, die am Mittwoch in das Burgenmuseum Nideggen gekommen waren, um in der „Knappenschule” zu lernen, wie man ein echter Ritter wird.

Was haben Ritter gegessen, was getrunken? Und woher kommen Redewendungen wie „den Löffel abgeben”? Ziel des Ferienangebots sei es, den Kindern „Mittelalter zum Anfassen” zu bieten, sagte Ritter-Coach Andreas Krüger. Die Kinder sollen selbst ausprobieren, was es bedeutet hat, im Mittelalter zu leben. Auch, um daraus zu lernen. „Bei aller Romantik: Wenn die Kinder heute nach Hause gehen, sind sie vermutlich froh, in der heutigen Zeit zu leben”, sagte Krüger. „Im Mittelalter war nicht alles so komfortabel wie heute.” Fließendes Wasser, Heizung, Strom – Dinge, die für die Kinder selbstverständlich seien, habe es im Mittelalter noch lange nicht gegeben.

Entsprechend große Augen machten die Sechs- bis Zwölfjährigen, als Referentin Christine Krull-Kosubek vom Lebensalltag im Mittelalter erzählte. Ein matschiger Brei aus Getreide und Wasser statt Kartoffeln? Bier statt Wasser – auch für die Kinder? Für die Nachwuchsritter kaum vorstellbar.

Und auch so eine Ritterrüstung ist gar nicht so komfortabel, wie die Kinder es sich vorgestellt hatten. „Das ist ganz schön schwer”, sagte der neunjährige Marco, als er gerade in einem elf Kilogramm schweren Kettenhemd steckte. „Und das ist nur die leichte Variante”, sagte Krüger. Nichtsdestotrotz waren besonders die Jungen von der Kleidung und den Waffen begeistert. Bewaffnet mit ihren selbst gebastelten Holzschwertern gab es sogar einen kleinen Kampf gegen Andreas Krüger.

Aber auch die Mädchen hatten in der „Knappenschule” Spaß. „Ich hätte gerne im Mittelalter gelebt”, sagte die achtjährige Jane. Auch die 13-jährige Eva war begeistert: „Ich finde es interessant, was für andere Rollen Frauen damals im Vergleich zu heute hatten.”

Eine im Mittelalter typische Frauenaufgabe: Musizieren. Und so durften die Kinder sich bei einem gemeinsamen Frühlingslied, begleitet von Krull-Kosubek mit dem Dudelsack, auch selbst an mittelalterlichen Rasseln und Trommeln ausprobieren. Dabei mussten aber nicht nur die Mädchen ran – auch die Jungen bekamen Instrumente. Mit gutem Grund: „Das Musizieren war Teil der Ritterausbildung”, erklärte Krull-Kosubek.

Zur Mittagspause ging es dann in mittelalterlicher Manier zu Speis und Trank: Für die hungrigen Knappen gab es eine ritterliche Möhrensuppe. Frisch gestärkt ging es dann zur nächsten Lektion: Reiten. Denn wer ein echter Ritter sein will, der muss auch hoch zu Ross zurechtkommen.

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