Eine Wasserburg ohne Wasser

Von: fjs
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Kein Wasser mehr im Graben um Haus Rath: Besitzer Goswin Richrath wandte sich jetzt hilfesuchend an die SPD- Politikerinnen Gudula Metz und Liesel Koschorreck. Foto: Schröder

Arnoldsweiler. „Eile ist geboten, sonst stürzt eines Tages alles zusammen.” Die Aussage stammt von Goswin Richrath, seit 2006 Besitzer von Haus Rath. Er macht sich Sorgen um sein Eigentum. Die Wasserburg aus der Mitte des 16. Jahrhunderts ist eine Burg ohne Wasser.

„Und da das Haus auf Pfählen gebaut ist, werden die faulen und damit die Standfestigkeit der Hauses gefährden”, fürchtet Richrath. Den Verursacher sieht er in RWE Power, „denn die pumpen das Wasser ab, ohne sich um die Folgen zu kümmern”. Das Areal um Haus Rath liegt im Wasser- und Landschaftsschutzgebiet.

Die Folgen sieht Richrath nicht nur für sein Haus. In dem ausgetrockneten Graben rund um die Burg seien „einige tausend Fische, Molche und andere Tiere verendet”, beklagt Richrath. Seit Sommer 2009 sei der Weiher trocken. Seit zweieinhalb Jahren führe er Gespräche mit RWE Power. „Da kommen immer wieder neue Leute, aber bewegen tut sich nichts”, klagt Goswin Richrath. Ein RWE-Sprecher stellt die Sachlage anders dar. Das Unternehmen habe Richrath angeboten, den Brunnen zu sanieren und so sicherzustellen, dass der Graben weiter mit Wasser gefüllt wird. Auf das Angebot habe der Besitzer aber nicht reagiert.

Er wandte sich hilfesuchend an Liesel Koschorreck und Gudula Metz. Die beiden SPD-Kreistagsmitglieder haben jetzt einen Antrag an den Kreisausschuss gestellt, weil sie der Auffassung sind, dass sich der Kreis mit der Sache befassen näher sollte.

„Wurden Untere Landschaftsbehörde, Untere Wasserbehörde und der Denkmalschutz eingeschaltet”, wollen die beiden SPD-Frauen wissen und erwarten von der Verwaltung auch Antwort auf die Frage, wann und auf welche Weise der Weiher wieder auf Dauer mit Wasser gefüllt wird. Denn ständig gleichbleibender Wasserstand ist nach Ansicht des Besitzers nötig, um eine Fäulnis der Eichenpfähle zu verhindern. Auf Nachfrage erklärt Goswin Richrath, dass RWE Power ein Gutachten in Auftrag geben wolle. Untersucht werde derzeit auch der Untergrund.

Die Wasserburg ohne Wasser bietet derzeit ein trauriges Bild. In dem Burggraben hat sich die Natur längst ihren Teil zurückgeholt. Wo einst das Wasser stand, grünt es jetzt und die Entenbruthäuschen stehen verweist im wuchernden Grün.
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