Eine Viertelmillion, um Heimbach aufzuhübschen

Von: Gudrun Klinkhammer
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Stadtplaner Prof. Peter Jahnen aus Aachen (kleines Foto links) erläuterte den Inhalt des „Handbuches“, Bürgermeister Peter Cremer (Mitte) und sein allgemeiner Stellvertreter Erich Schmidt hörten zu. Viele Bürger interessierten sich für die Ausführungen der drei Herren. Foto: Klinkhammer

Heimbach. Es wird ernst: Was monatelang besprochen und geplant wurde, nimmt Formen an und kann – wenn alles glattläuft – nach der Stadtratssitzung am 13. Juli in die Tat umgesetzt werden. 250.000 Euro stehen derzeit an Fördergeldern bereit, um den Kernort Heimbach „aufzuhübschen“.

Am Dienstagabend erläuterte Stadtplaner Prof. Peter Jahnen vom Büro „Heinz Jahnen Pflüger“ aus Aachen im Heimbacher Rathaus die Möglichkeiten zum Erhalt und zur Verbesserung des Stadtbildes. Er betonte: „Die Fördersumme gilt nicht für die energetische Ertüchtigung einer Immobilie oder etwa die barrierefreie Gestaltung, dafür gibt es wieder andere Fördertöpfe.“ Insgesamt erhält Heimbach Fördergelder in Höhe von mehreren Millionen Euro, die aufgesplittet werden.

Eine Kategorie ist eben die Verschönerung von Fassaden, Einfriedungen und Dachflächen. Jahnen: „Denn in Heimbach zählen als Blickachsen nicht nur die vier Himmelsrichtungen, sondern auch der Blick herunter von der Burg auf die Dächer der Stadt.“ Er machte keinen Hehl daraus, dass die Stadtplaner und Stadtverwalter offensiv auf die Immobilienbesitzer zu gehen werden, um sie mit ins Boot zu holen. In einem 40-seitigen Handbuch legten die Planer ihre Vorstellungen nieder, was dem Aussehen von Heimbach gut tun könne. Jahnen: „Wir orientierten uns dafür am Maßstab, an den Proportionen und am Rhythmus der Stadt.“

Den Rhythmus gebe beispielsweise die ursprüngliche Kleinteiligkeit der Parzellierung aus dem Jahr 1936 vor. Dementsprechend sollten die Fassaden die Kleinteiligkeit wahren. Lieber einzelne Sprossenfenster als endlos erscheinende Lichtbänder, lieber Sockelfassaden als bis unten hin gezogenes Fachwerk. Mit Farbe wurde in Heimbach bisher eher gespart: Fachwerk in braun-schwarz, roter Ziegel und weißer Putz – damit lässt sich ein rustikal-edles Stadtbild zaubern.

Wer Fördergelder beantragen möchte, sollte sich an den Vorgaben und Wünschen der Planer orientieren. Jeden Mittwoch ist aus diesem Grund Architekt Michael Frey im Heimbacher Rathaus zugegen, um Interessenten bei der Sanierungsplanung zu helfen. Dieser zugrunde liegt das Handbuch, in dem die Vorstellungen und Wünsche der Planer festgezurrt wurden. Architekten, Eigentümer und Handwerker finden darin auf unkomplizierte Weise die Vorgaben in Text und Bild, die das Heimbacher Stadtbild einheitlicher und zunehmend wieder wie aus einem Guss wirken lassen sollen.

Zu diesem Stadtbild zählen auch kleinste Details. So sollten Geländer lieber handgemacht anstatt industriell gefertigt werden, Satellitenschüsseln lieber rückwärtig am Haus in dezentem Grau als an der Vorderseite in sonnigem Gelb prangen, und auch für die Reklameschilder, speziell für die Leuchtreklame, gibt es Ideen. Möglichst dezent sollen sie ausfallen, ist Heimbach doch Sternenstadt im Sternenpark Nationalpark Eifel. Lichtverschmutzung ist deswegen ein wichtiges Thema. Setzt der Stadtrat mit einem entsprechenden Beschluss das Handbuch am 13. Juli in Kraft, dann können Anträge eingereicht werden.

Bürgermeister Peter Cremer: „Die Verwaltung prüft die Anträge dann und bringt sie bei Genehmigung mit auf den Weg.“ Weitere Infos rund um die Förderung gibt es im Rathaus Heimbach (Telefon 02446/8080) oder im Internet unter www.heimbach-eifel.de.

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