„Eine Umweltzone in Düren steht zur Zeit nicht zur Diskussion“

Von: Jörg Abels
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Dichter Verkehr: Im Bereich Euskirchener Straße/Schoellerstraße ist die Stickstoffdioxid-Belastung weiter extrem hoch. Foto: Abels

Düren/Hambach. Die Luftqualität in Düren hat sich 2013 trotz des am 1. Juli in Kraft getretenen Luftreinhalteplans nicht verbessert. Die Stickstoffdioxid-Belastung im Bereich Euskirchener Straße/Schoellerstraße ist NRW-weit immer noch spitze. Dies geht aus dem Bericht zur Luftqualität 2013 hervor, den das NRW-Umweltministerium und das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) in dieser Woche vorgestellt haben.

Mit einem Jahresmittelwert von 69 Mikrogramm pro Kubikmeter Atemluft (µg/m3) wird der Grenzwert von 40 µg/m3 weiter deutlich überschritten. Düren liegt immer noch vor Großstädten wie Düsseldorf und Köln. Einen Grund, den Luftreinhalteplan zu verschärfen aber sieht die zuständige Kölner Bezirksregierung derzeit noch nicht.

„Die Luftreinhaltepläne sind immer langfristig angelegt und bestehen aus vielen einzelnen Maßnahmen“, betonte Sprecher Oliver Moritz. Die Ergebnisse würden regelmäßig in der Projektgruppe besprochen, um Schlüsse für die einzelnen Maßnahmen zu ziehen. „Die Einrichtung einer Umweltzone steht zur Zeit nicht zur Diskussion“, erklärte Moritz auf Anfrage.

Die Bezirksregierung geht davon aus, dass die deutlichen Verkehrsverlagerungen im Zuge des Neubaus der Schoellerstraßenbrücke noch vor der Fertigstellung der Ostumgehung (B56n) zu einer Entlastung der Euskirchener Straße führen werden. Belastbar werde sich der Einfluss der Verkehrsveränderungen aber erst im Jahresmittelwert 2014 ablesen lassen.

Derweil ist die Feinstaubbelastung rund um den Tagebau Hambach weiter rückläufig. Der noch tolerierte Tagesmittelwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Atemluft wurde 2013 an der Messstation Niederzier nur noch an 24 Tagen überschritten. Erlaubt sind 35 Tage. Es scheint, als würde der Luftreinhalteplan dort greifen. 2012 wurden 35, 2011 sogar 46 Überschreitungstage gezählt. Einzig greifbare Quelle ist der Tagebau Hambach, in dem RWE Power in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen umgesetzt hat, unter anderem permanenten Wassereinsatz im Kampf gegen Staubaustrag.

Moritz weist darauf hin, dass die Wetterlage im jeweiligen Kalenderjahr ein wichtiger Faktor für die Feinstaub-Emission sei. Eine Entwarnung gibt es daher nicht, zumal der Tagesmittelwert für Feinstaub in Niederzier in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres bereits zwölf Mal überschritten wurde. „Die Bezirksregierung wird weiter verfolgen, ob die Einhaltung des Grenzwertes sich nachhaltig bestätigen wird“, kündigte Moritz an. Trotz der positiven Entwicklung in 2013 werde aktuell auch weiter diskutiert, ob ein Luftreinhalteplan Rheinisches Braunkohlerevier aufgestellt wird. Dies hatten die Grünen und der BUND immer wieder gefordert.

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