Eine neue Waffe im Kampf gegen Temposünder

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
Polizeioberkommissar Michael N
Polizeioberkommissar Michael Niederklapfer zeigt das Herzstück der 180 000 Euro teuren ES0-Anlage: die Lichtschranke mit fünf Helligkeitssensoren. Foto: Abels

Düren. Es blitzt. Von vorne, von hinten und von der Seite. Kaum haben Polizeihauptkommissar Volker Heinen und Oberkommissar Michael Niederklapfer die neue Wunderwaffe der Polizei im Kampf gegen Raser am Arnoldsweiler Weg an speziellen Markierungen auf der Fahrbahn, sogenannten Fotolinien, ausgerichtet, tappen die ersten Autofahrer in der Tempo-50-Zone in die Falle - stadteinwärts, aber auch stadtauswärts.

Die zwischen zwei Fahrzeugen versteckt an der Häuserwand stehende Anlage blitzt in beide Richtungen. ESO, wie das Gerät nach der Herstellerfirma kurz heißt, erkennt automatisch die Fahrspur, zeichnet den Abstand auf, damit die Fahrzeuge zweifelsfrei zugeordnet werden können, und liefert zwei Bilder.

Auch Motorradfahrer haben keine Chance mehr, durchs Netz zu flutschen. „Die Bilder sind so gestochen scharf, dass wir von vorne das Gesicht auch durch das Visier erkennen”, deutet Michael Niederklapfer an, dass die Luft für Temposünder im Kreis Düren dünner geworden ist.

Aber das ist nur ein Vorteil der 180 000 Euro teuren Anlage, mit der das NRW-Innenministerium mittlerweile alle Kreispolizeibehörden im Land ausgestattet hat, die Dürener Mitte August. „Sie ist praktisch überall einsetzbar”, erklärt Volker Heinen, „und funktioniert im Gegensatz zu Radargeräten auch in Kurven und Steigungen”. ESO misst permanent die Geschwindigkeit vorbeifahrender Fahrzeuge, kann alle drei Sekunden einen Temposünder fotografieren.

„Unser erklärtes Ziel ist es, die Unfallzahlen bis 2015 zu halbieren”, erläutert der Hauptkommissar die Strategie der Polizei, zu der auch die Blitz-Marathons gehören. Das neue Gerät soll helfen, Raser zu disziplinieren.

„Deshalb schließen wir anders als Kollegen in anderen Kreisen auch immer die Blitzgeräte an”, verdeutlicht Heinen. „Wir müssten das nicht. Raser sollen aber ruhig merken, dass sie ertappt wurden und ein schlechtes Gewissen haben.” Und wie zum Beweis bremst auch am Arnoldsweiler Weg in diesem Moment ein Fahrer abrupt ab, der gerade mit 80 Stundenkilometern erwischt wurde. „Jetzt beginnt es im Kopf zu rattern”, weiß der Verkehrspolizist und hofft auf eine erzieherische Wirkung. Angehalten werden die Sünder nicht. Sie bekommen in einigen Wochen Post.

Herzstück des neuen High-Tech-Messgeräts ist ein fünfreihiger Lichtsensor, der auf Höhe der Scheinwerfer ausgerichtet wird und die Geschwindigkeit berechnet, erklärt Michael Niederklapfer. Verbunden ist der Helligkeitssensor mit zwei Kameras, einer im Bus der beiden Polizisten und einer versetzt stehenden zweiten, die über Funk angeschlossen ist und am Arnoldsweiler Weg ein seitliches Foto liefert.

Im zivilen Dienstwagen verfolgen die beiden Verkehrspolizisten die Messung. Blitzt es, können sie sich die digitalen Bilder der beiden Kameras direkt auf einem Touchscreen-Monitor anschauen. Kleiner Nebeneffekt: Sie sehen dabei auch, wer am Steuer mit einem Handy telefoniert oder nicht angeschnallt ist.

Die beiden Kommissare hoffen, dass sich schnell herumspricht, dass nun auch die Polizei im Kreis Düren über die High-Tech-Blitze verfügt. Dann hätten sie zwar weniger zu tun, wären dem Ziel der Polizei aber näher gekommen: Die Hauptunfallursache Raserei deutlich zu reduzieren. Im Übrigen, und darauf weist Hauptkommissar Volker Heinen alle besonders Einfallsreichen hin: Das ESO-Messgerät kann anders als Radargeräte nicht geortet werden.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert