Düren - Eine Naturgewalt auf der Bühne: Osiris Pausch rockt die Dürener Kulturfabrik

Eine Naturgewalt auf der Bühne: Osiris Pausch rockt die Dürener Kulturfabrik

Von: ah
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Osiris Pausch alias Ossi Guitar, Dürens „bunter Kunsthund“, trat in der Kulturfabrik Becker und Funck auf. Begleitet wurde er vom Saxofonisten Marcus Lokai. Foto: Anke Holgersson

Düren. „Wir machen es so: Ich nehme Euch auseinander und Ossi baut Euch wieder zusammen“, verriet der Sänger, Songwriter, Gitarrist und Arrangeur der Ein-Mann-Band „One Minus One“ Daniel Baron die Arbeitsteilung der beiden Musiker, von der sie sich einen fröhlichen musikalischen Donnerstagabend in der Kulturfabrik „Becker und Funck“ versprachen.

 Genau den brachten sie selbstverständlich auch auf die Bühne. Nur irgendwie andersherum. Denn während die Songs und geloopten Soundteppiche von Daniel Baron trotz orchestraler Klangfülle meditativ, harmonisch und leise schnurrend daherkamen, war Ossi eine Naturgewalt auf der Bühne.

Möglich, dass der ironie- und wortspielbegabte Musiker aus Eschweiler („Meine Gitarre freut sich, in Düren zu sein. Sie ist gut gestimmt“) genau das meinte. Auch Ossi – eigentlich Osiris Pausch – steht für gehobenes Oneman-Entertainment. Er nennt sich selbst „One Man Punk Band“ und „Dürens bunter Kunsthund“. Er war gleich mit drei Alter Egos am Start. Als Ossi Guitar unterhielt er die Gäste, denen er allesamt einen Backstage-Pass versprach, mit Liedern wie „Guten Morgen Düren“.

Dieses groovige Lied über die Liebe zu seiner Heimatstadt kannten viele der Gäste. Unter Fans ist der Song über den Zauber des Kaiserplatzes am Morgen und die Tauben, die über dem Rathaus fliegen, berühmt. Als Osiris Pausch las er aus seinen neueren literarischen Werken wie „Splitta“, einem soeben erschienenen Band mit Punkpoesie und bezeichnete sich als „Frauenversteher“.

In der Figur des etwas schnöseligen Kommentators schließlich las er zum Beispiel aus seinem ersten Roman „Als die blaue Nirwana kam“. Gerne erzählte er auch Anekdoten aus dem Dürener Subkulturleben: Wo wer damals gewohnt und mit wem Musik gemacht hat zum Beispiel. Er selbst sei in den Achtzigerjahren gegenüber der jetzigen Kulturfabrik Becker und Funck zu Hause gewesen und habe als Kind von dieser Heimstatt aus die geliebte Rocksängerin Nena angeschmachtet.

Fehlen durften natürlich nicht einige gelesene Passagen aus seinem Musiker-Tagebuch „Ey, spiel ma’ Verdamp lang her“, das im vergangenen Jahr erschienen ist. Eine überaus gelungene Jam-Session mit Saxofon rundete die Leseshow ab.

Gastgeber Osiris Pausch ist nicht nur als Musiker in Clubs, Kneipen und Konzertsälen in Europa unterwegs. Er ist nach eigener Aussage auch gelegentlich als Schauspieler in „Billig-TV-Produktionen“ anzutreffen, nimmt an Poetry Slams teil, ist Stand-up Comedian und eben Autor. Und wer Glück hat, kann das Dürener Multitalent auch dann und wann noch in der Fußgängerzone erleben, wo er Straßenmusik macht, Bekannte und Unbekannte trifft und Musik improvisiert.

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