Eine Multikultifeier zum vierten Advent

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
Treffpunkt Musik: Mit Gesang u
Treffpunkt Musik: Mit Gesang und Instrumenten setzten Pamela (2. von rechts) und Benjamin Prakash (rechts) ihre interkulturelle und -religiöse Adventsfeier ins Werk. Foto: Hahn

Düren. Menschen zusammenzuführen: Das scheint das große Talent von Benjamin Prakash zu sein. Der Dürener indischer Abstammung hatte jedenfalls in sein Haus an der Dr.-Kotthaus-Straße unweit des Zentrums der Kreisstadt eingeladen. Anlass der Einladung: gemeinsam in den vierten Advent hineinzufeiern.

Denn der studierte Sportlehrer und Sohn eines anglikanischen Priesters weiß sich eigenem Bekunden nach „tief in der christlichen Tradition verankert”. Das lebt er und zeigt er, unter anderem als Presbyter der evangelischen Gemeinde und mit dem Fest zum Advent. Indes sind viele, aber eben nicht alle seiner Freunde in jener Tradition verwurzelt. Und darum trafen sich in seinem Haus Syrisch-Orthodoxe aus der Türkei und Baptisten aus Russland mit Sikhs aus Kerpen - ganz konkretes Multikulti eben.

Ein christliches Fest, das über den Rahmen kirchlicher Institutionen und religiöser Lehrgebäude hinausweist: Das lag wohl auch in der Absicht von Gastgeber Prakash, der im Gespräch mit unserer Zeitung äußerte: „Ich benutze diese Gelegenheit, um Integration praktisch zu leben.” So ließen die Gebrüder Singh Hera, zwei junge Sikhs aus dem Rheinland, das Häuschen der Prakashs unter hammerharten Rhythmen auf traditionellen Trommeln erbeben - und gleich darauf sangen zwei syrisch-orthodoxe Frauen zarte Weihnachtslieder aus ihrer Heimat.

Aber es ging immer wieder anders: Der Dürener Pianist und Keyboarder Heinrich Enns, ein aus der alten Sowjetunion stammender Baptist, sang moderne Titel aus seiner freikirchlichen Tradition - und gleich darauf traditionelle russische Winterlieder, um wiederum kurz darauf mit den Sikh-Trommlern aus Kerpen munter darauf los zu jazzen.

Was im Alltag oft Schwierigkeiten aufgibt - das Miteinander von Menschen aus verschiedenen Kulturen nämlich -, das löste sich im Haus an der Dr.-Kotthaus-Straße kraft der Musik auf. Alle Spannungen, Zwistigkeiten und Konflikte wirkten wie weggeblasen, wozu auch der Hausherr und seine Ehefrau Pamela, die mit ihrem Folklore-Ensemble zu früheren Zeiten unter anderem bei den Sommerfesten des Bundeskanzlers in Bonn und der TV-Show „Bios Bahnhof” gastiert hatten, mit Gesang und auf indischen Original-Instrumenten beitrugen.

Zudem hatten Pamela und Benjamin Prakash kaum eine Mühe gescheut, um ihre insgesamt rund 70 Gäste mit authentischen Spezialitäten wie herzhaft gefüllten Teigtaschen (Samosas) und frittiertem Gemüse (Pakora) zu bewirten. Denn wahre Liebe geht halt durch den Magen - auch zwischen Völkern und den Angehörigen der großen Religionen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert