Eine Lkw-Ladung voller Wanderstöcke

Von: Tobias Röber
Letzte Aktualisierung:
Stöcke, wohin man sieht: Herb
Stöcke, wohin man sieht: Herbert Schröder stellt ab dem kommenden Wochenende seine riesige Sammlung an Spazier- und Wanderstöcken im Heimatmuseum in Merzenich aus. Foto: Röber

Merzenich. Ein wenig ungläubig schaut Herbert Schröder in diesen Tagen an die Wände des Heimatmuseums in Merzenich. Dann schüttelt der Lendersdorfer mit dem Kopf, lächelt und sagt Dinge wie: „Ich weiß gar nicht, wo ich all diese Sachen zu Hause unterbekommen habe.” Es ist in der Tat ein beeindruckendes Bild. Rund 6000 Wanderstöcke werden dort ab dem kommenden Wochenende ausgestellt.

Seine außergewöhnlich Sammlung präsentiert der 63-jährige erstmals im Rahmen einer Ausstellung. Angefangen hat alles vor rund 13 Jahren. Zum 50. Geburtstag bekam Herbert Schröder einen Wanderstock geschenkt. Kurz darauf besuchte er einen Trödelmarkt, sah einige Stöcke und kaufte sie. Aus dem Geburtstagsgeschenk wurde im Nu eine große Sammelleidenschaft, die den 63-Jährigen inzwischen durch ganz Deutschland führt. Er besucht seit Jahren Floh- und Trödelmärkte in so ziemlich jedem Bundesland, und er ersteigert auch immer wieder Stöcke über das Internet. Und statt sie sich schicken zu lassen, holt er sich die neuen Errungenschaften in den meisten Fällen einfach gleich selbst ab.

Es gibt aber noch viel mehr, als „nur” rund 6000 Stöcke. Über 80.000 Stocknägel, 120 teils bemalte Milchkannen, Wanderwimpel, Anstecknadeln, Rucksäcke, Wanderhüte, Schaufensterpuppen und noch die eine oder andere weitere Überraschung hat Herbert Schröder vorbereitet. Im Rahmen dieser Ausstellung werden zudem Bilder des Eifelmalers Helmut Berger aus der Sammlung von Manfred Kupilas gezeigt.

Der Aufwand für die Ausstellung war groß. Eine ganze Lkw-Ladung karrte Schröder in Merzenich an. Mit viel Behutsamkeit, denn er sammelt nicht einfach nur, sondern hegt und pflegt seine Sammlerstücke sehr intensiv. Alle Stöcke und die Stocknägel werden poliert und zum Schutz mit Klarlack behandelt. Wie genau er das macht, demonstriert er den Besuchern auch gerne. Und er erzählt auch gerne die Geschichte des Stocks, der sogar den päpstlichen Segen erhalten hat.

Noch vor zwei Jahren waren lediglich 3000 Stöcke in Schröders Besitz. Aber nach einem Bericht in der Dürener Zeitung und auch, weil viele Bekannte und Freunde ihn auf Stöcke aufmerksam machen, ist sie so groß geworden. Die heimische Garage platzt schon fast aus den berühmten Nähten. Auch deswegen will er keine weiteren große Zukäufe. Gut, ein kleines Hintertürchen lässt sich der 63-Jährige offen. „Eigentlich soll langsam Schluss sein, aber wenn ich ganz besondere Stöcke finde, kann ich die nicht liegenlassen”, sagt er und lächelt dabei.

Das Besondere an den Wander- und Spazierstöcken: Hinter jedem Stock steckt eine Lebensgeschichte. Herbert Schröder kennt davon etliche. Die eine oder andere erzählt er seinen Besuchern an den kommenden Wochenenden sicher gerne.

Ausstellung an drei Wochenenden geöffnet

Die Ausstellung „Wander- und Spazierstöcke” ist wie folgt zu sehen: Samstag, 21., und Sonntag, 22. April, Samstag, 28., und Sonntag, 29. April, sowie am Samstag, 5., und Sonntag, 6. Mai, jeweils von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt in das Heimatmuseum, Bergstraße 1, ist frei. Am Samstag, 21. April, spielt der Mandolinenclub „Wandervogel” Merken von 15 bis 17 Uhr.

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