Eine kugelsichere Haushälterin

Von: lisa
Letzte Aktualisierung:
partie16-bu

Ene gute Partie: Ekel Fred (Frenny Simons) hat in der gelassenen Rosalinda (Brigitte Claaßen) seinen Meister gefunden. Foto: lisa

Merzenich. Als einen umgänglichen oder gar liebenswürdigen Zeitgenossen kann man Fred Kowinski wohl nicht bezeichnen. Einsam und verbittert wie er ist, hat sich der menschenscheue Witwer in seinem verlotterten Stadtapartment verschanzt - und gibt sich ganz seinen Whisky-geschwängerten (Selbst-)Gesprächen mit einem Churchill-Portrait hin.

Die einzigen Fixpunkte in seinem Leben sind die Besuche seines Freundes Walter, mit dem er Schach spielt. Seinen Sohn Leonard würde er dagegen am liebsten gar nicht herein lassen. Diesen Staubsaugervertreter hält er ohnehin für den größten Versager. Schließlich erdreistet sich dieser Lümmel doch glatt, seinem Vater ein menschenwürdiges Dasein ermöglichen zu wollen, indem er ihm eine Haushälterin nach der anderen aufs Auge drückt.

Dass Fred diese postwendend aus seiner Wohnung ekelt, treibt Leonard an den Rand der Verzweiflung - bis eines Tages Rosalinda Hundsheimer eingestellt wird. Fred fährt sofort seine schwersten Geschütze auf, doch die Rosalinda erweist sich als kugelsicher ...

Premiere im Bürgerhaus

Regisseurin Irmgard Wittke hat sich ganz bewusst für Stefan Vögels Komödie „Eine gute Partie” entschieden, die am Samstag - präsentiert vom Verein Kultur & Denkmal - im Bürgerhaus das erste Mal aufgeführt wurde. „Mir gefallen die leisen, komödiantischen Töne, die Vögel in seinen Stücken anschlägt”, erklärt Wittke.

Dennoch sei „Eine gute Partie” nicht so einfach umzusetzen, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. „Die Hauptschwierigkeit war, dass in dem Stück nur eine Handvoll Charaktere vorkommen. Weil der Fokus dadurch sehr stark auf den einzelnen Darstellern liegt, musste ich mir ganz sicher sein, dass die Schauspieler ihre Aufgaben auch bewältigen können.”

Schauspieler Frenny Simons scheinen diese Anforderungen keinerlei Probleme zu bereiten. Überzeugend verkörpert er Ekel Fred Kowinsky, mit dem der Zuschauer einfach Mitleid haben musste.

Obwohl Rosalinda (Brigitte Claaßen) es Schritt für Schritt schafft, endlich die Veränderungen zu bewirken, die zu Beginn noch unmöglich erschienen, stehen Fred noch eine Menge Rückschläge und Konflikte mit Walter (Werner Bertram) und Leonard (Andreas Flöter) bevor - bis er erkennt, dass der Mensch den Menschen braucht, und es nie zu spät ist, noch einmal von vorne anzufangen. Die Zuschauer zollten den Schauspieler für ihre Leistung mit viel Applaus Respekt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert