Eine Krippe mit Tiefgang

Von: smb/sps
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Eine nicht ganz alltägliche Krippe haben die Messdiener aus Nideggen in der Pfarrkirche St. Johann Baptist aufgebaut. Sie transportiert die Botschaften des Weihnachtsfestes mit außergewöhnlichen Mitteln.
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Nideggen. Wir alle hinterlassen Spuren – sichtbare und unsichtbare. Wir hinterlassen sie, wenn wir einen Menschen anlächeln und wenn wir motzig sind, wenn wir unaufgefordert helfen und wenn wir achtlos an Hilfesuchenden vorübergehen.

Die Krippe, die 40 Messdiener aus Nideggen in der Pfarrkirche St. Johann Baptist aufgebaut haben, soll anregen, an den Weihnachtstagen über diese unsichtbaren Spuren, die ein jeder mit seinem Tun oder Nicht-Tun hinterlässt, nachzudenken. Und sie will zeigen, dass jeder Mensch, jeder Einzelne, wichtig ist. „So wie jedes Puzzleteil seinen Platz hat, so hat auch jeder Mensch seinen Platz im Leben. Es gibt kein unwichtiges Puzzleteilchen. Jedes Teilchen, das fehlt, fällt im Gesamtbild sofort auf“, sagt Manfred Mathar, der die Messdiener mit seiner Frau Ursula begleitet.

Gemeinsam etwas erschaffen

Im November haben die 40 Kinder und Jugendlichen begonnen, die Krippe in der Kirche aufzubauen. Samstags und Sonntags haben sie in Gruppen zwischen fünf und 15 Teilnehmern gesägt, geklebt, geschraubt und gewerkelt und ganz nebenbei erfahren, was man gemeinsam alles schaffen kann und was in jedem Einzelnen steckt, wenn man sich erst einmal intensiv auf eine Sache einlässt. Aus Holz und Papier haben die Kinder eine Höhle gebaut. In dieser Höhle sind Jesus, Maria und Josef Zuhause. Die Figuren sind aber beinahe die einzigen Bestandteile der Nideggener Krippe, die in den vergangenen zehn Jahren in jedem Jahr zu sehen waren. Ihre Umgebung bauen die Kinder und ihre Betreuer stets aufs Neue auf – an innovativen und tiefsinnigen Ideen mangelt ihnen dabei nicht.

Im vergangenen Jahr prägte ein fünf Meter großer Leuchtturm das Bild. „Jesu Worte als Orientierung im Leben“ lautete das Thema. Um zu diesem Weihnachtsfest die Spuren, die Menschen hinterlassen, und die Bedeutung jedes Einzelnen für das Ganze darzustellen, haben die Nideggener eine „interaktive“ Krippe konzipiert. Jeder kann vor Ort Spuren hinterlassen. In der Höhle können Besucher die Wand mit ihrem Handabdruck gestalten oder Texte, Anregungen und Gedanken an den Wänden niederschreiben, die bei den nachfolgenden Besuchern bleibende Eindrücke erzielen werden.

Die Bedeutung jedes Einzelnen für das Ganze stellen die Krippenbauer mit Puzzlen dar: Eine zwei Meter hohe Wand bildet die Umrandung der Höhle, darin gibt es 30 Fächer. Jedes Fach entspricht einem Puzzle mit 500 Teilen. Zusammen ergibt sich aus den 30 Bildern der Blick durch ein Sprossenfenster auf den Marktplatz der Stadt. In den vergangenen Tagen haben die Messdiener 4500 Puzzleteile in Nideggen, Brück und Rath verteilt. „An alle Einwohner“, betont Manfred Mathar. Seien sie drei Monate oder 85 Jahre alt, seien sie Katholiken oder Muslime. „Es gibt keine Abgrenzungen. Wir gehören alle zusammen“, lautet die weihnachtliche Botschaft über konfessionelle Grenzen hinweg. Jeder ist aufgerufen, seinen Stein zur Kirche zu bringen und in das Bild einzubauen.

Auch die Besucher aus anderen Pfarrgemeinden und Kommunen können in der Kirche ein Puzzleteilchen bekommen, um so Teil des Ganzen zu werden. „Es gibt kein Steinchen doppelt, ebenso wenig, wie es Menschen zweimal gibt“, sagt Mathar. „Und jedes verlorene Steinchen ist unwiederbringlich weg.“

Die Messdiener warten schon gespannt auf die Rückkehr der Puzzleteilchen und sie freuen sich darauf, zu sehen, wie sich die Wand der Höhle in den Weihnachtstagen entwickelt. Die Nideggener Krippe wird von Heiligabend bis Donnerstag, 31. Januar, zu besichtigen sei.

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