Kelz - Eine Kolonne lässt Kelz ergrünen

Eine Kolonne lässt Kelz ergrünen

Von: gkli
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Die Mitglieder der „Grünkolonne“ in Kelz mit Josef Fischernich (3.v.r., stehend) als Vorsitzendem des Obst- und Gartenbauvereins an der Spitze trafen sich am Freitagabend zum gemütlichen Beisammensein. Foto: Gudrun Klinkhammer

Kelz. Wenn es jemanden gibt, der mit einem Traktor eine astreine Pirouette drehen kann, dann ist es Josef Fischernich, der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Kelz. Mit elegantem Schwung dreht er seinen 52 Jahre alten „Massey Ferguson“, den er liebevoll „meine kleine Wühlmaus“ nennt, einmal auf der Stelle im Kreis herum.

Der sagenhafte Wendekreis und die Bewegungen des feuerroten Schleppers sind dem 75-jährigen Trekkerpiloten vertraut wie eine zweite Haut.

Hinten an diesem Traktor ist ein Wasserfass montiert, daran baumeln ein sechs Meter langer Schlauch und zwei grüne Gießkannen. Über den Sommer hinweg – und der aktuelle Sommer war bisher sehr trocken – fährt Josef Fischernich durch Kelz und wässert Beete und Kübel, meist in den Abendstunden.

Am Freitagabend traf er sich mit weiteren Vereinsmitgliedern beim Ortsvorsteher von Kelz, Karl Wirtz, im Garten. Das Grillfest galt als kleines Dankeschön für die Mühen, die sich die so genannte „Grünkolonne“ mit den Anlagen und Blumenkübeln macht. Nur kurzzeitig wurde die Frage beleuchtet: Wie sähe der Ort wohl aus, wenn die „Grünkolonne“, wie sie sich selber nennen, nicht rund ums Jahr Pflanz- und Pflegearbeiten übernehmen würde? Denn diese Kolonne beschäftigt sich nicht mit „wenn“ und „aber“, stattdessen schmieden die Aktiven Pläne und packen einfach alle mit an.

Gegründet wurde der Obst- und Gartenbauverein Kelz 1923. Ziel damals war, zusammen Saatgut zu bestellen. Aufgrund der Sammelbestellung wurde das Saatgut vom Preis her günstiger. Diesen Sinn und Zweck gibt es heute nicht mehr. Die aktuell 279 Mitglieder im rund 1110 Seelenort, die jeweils einen Jahresbeitrag von fünf Euro zahlen, wissen, dass sie es sind, die dem Ort und der Gemeinschaft Gutes tun. Die Aktiven stellen Sitzgruppen auf, sorgen für Weihnachtsschmuck und -beleuchtung, helfen bei Dorffesten und hängen Nistkästen auf. Tausende von Krokussen, Tulpen- und Narzissenzwiebeln wurden bisher in die Beete gesteckt.

In den vergangenen Wochen und den nächsten Tagen landeten und landen 400 Stiefmütterchen und 350 Begonien in der Erde. Finanzielle Unterstützung kommt auch von der Gemeinde Vettweiß und von weiteren Sponsoren, die die Leistung zu schätzen wissen. Die Arbeit macht sich bezahlt. Karl Wirtz: „Kelz hat weder Wasser noch Wald, es gibt unzählige Ortschaften, die liegen idyllischer.“ Dennoch gewannen die Kelzer schon vielfach den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, früher genannt „Unser Dorf soll schöner werden.“

Stellvertreter von Josef Fischernich ist Günter Jäger. Geschäftsführer und mehr als 25 Jahre im Vorstand tätig ist Willy Jülich, Kassierer ist Albert Müller. Die Beisitzer sind Josef Wirtz, Arnold Müller, Willi Strack und Heinz Steffens. Karl Wirtz betonte während des Vereinsabends: „Ich möchte einfach einmal sagen, dass ich als Ortsvorsteher stolz bin, solche unermüdlich ehrenamtlich tätigen Bürger im Ort zu haben.“

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