Eine junge Frau voller Lebensmut

Von: Lukas Weinberger
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Erinnerungsstücke: Fotos und
Erinnerungsstücke: Fotos und Unterlagen von den beiden vergangenen Delfintherapien aus den Jahren 2007 und 2008 hat Nadine Pelzer sorgfältig gesammelt. Nun werden neue hinzukommen. Foto: Weinberger

Gey. Gut geschlafen hat Nadine Pelzer in den vergangenen Nächten nicht. Die junge Frau aus Gey ist mächtig aufgeregt. Und sie ist voller Vorfreude. Kein Wunder: Nadine Pelzer gibt sich am Dienstag auf große Reise. Zunächst geht es mit ihren Eltern mit dem Auto nach Amsterdam.

Nach einer Übernachtung steht am Mittwoch der zehnstündige Flug nach Curacau auf den niederländischen Antillen an. Dort wird die junge Frau dann ihre dritte zweiwöchige Delfintherapie antreten.

Seit ihrem 16. Lebensjahr sitzt Nadine Pelzer im Rollstuhl. Damals erlitt sie einen Bandscheibenvorfall, wurde operiert. Die Folge: Nadine Pelzer konnte ihre Beine nicht mehr bewegen. Doch die junge Frau ist eine echte Kämpferin. Aufgeben? Kommt gar nicht in Frage. „Egal, was die Ärzte sagen: Ich bin die ersten 16 Jahre meines Lebens gelaufen und ich werde auch wieder laufen”, sagt die mittlerweile 24-Jährige voller Lebensmut.

Helfen auf diesem steinigen Weg soll ihr dabei die Delfintherapie. Schon in den Jahren 2007 und 2008 war sie auf Curacau und erzielte erstaunliche Erfolge. Nach der Therapie 2007 konnte sie wieder auf ihren Beinen stehen, 2008 ging sie 70 Meter weit und stieg sieben Treppenstufen hinauf. Erfolge, die von Ärzten bis dahin für kaum möglich gehalten wurden.

Doch weitere Erfolge konnte Nadine Pelzer nach ihrer Rückkehr nicht feiern. Stattdessen musste sie Rückschläge einstecken. „Es gab da eine Phase, in der meine Kraft mehr und mehr schwand”, gibt sie zu. Doch dann schaltete sich Peter Borsdorff ein. Der „Läufer mit der Sammelbüchse” setzte sich für Nadine ein, sammelte 25.000 Euro und ermöglichte so die dritte Delfintherapie. „Das hat mir unglaublich viel Kraft gegeben. Ich kann Peter gar nicht oft genug für seinen Einsatz danken”, sagt die 24-Jährige.

Drei Stunden täglich wird Nadine Pelzer zwei Wochen lang auf Curacau intensiv betreut: Gymnastik, viele Gespräche, auch mit der Familie und anderen Teilnehmern, und das Schwimmen mit den Delfinen stehen auf dem Programm. „Danach werden meine Akkus wieder voll sein”, ist Nadine Pelzer sicher. Ihr Therapeut wird - wie schon bei den ersten Therapien - Matthias Krüger sein. Und auch die Delfine werden wieder die selben sein. „Zu Matteo und Papito habe ich ein ganz besonderes Verhältnis aufgebaut”, freut sich die junge Frau auf die beiden Meeressäuger. Dass Wissenschaftler an der Sinnhaftigkeit der Therapie mit Delfinen zweifeln, ist Nadine Pelzer egal: „Ich habe eine Vierjährige bei der Therapie aus dem Koma aufwachen sehen. Und auch ich habe Fortschritte gemacht. Das ist Beweis genug.”

Für sie ist die Therapie ein weiterer Schritt auf dem Weg zu ihrem großen Ziel: Endlich wieder laufen zu können.
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