Eine Hommage an den Ausnahmesänger

Von: Bruno Elberfeld
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Die Cappella Villa Duria führte in der Marienkirche unter der Leitung von Johannes Esser Mozarts „Requiem“ und Rheinbergs „Stabat Mater“ zu Ehren von Kurt Moll auf. Foto: bel

Düren. Es ist ein leiser, geheimnisvoller, bedrückender Anfang. Nach und nach greifen alle Instrumente in die Erzählung ein, der Erzählung von der Begegnung des Menschen mit Gott am Tag des Übergangs vom irdischen Leben in ein erhofftes weiteres Leben. „Ewige Ruhe gib ihnen, Herr, und ewiges Licht leuchte ihnen.“

Dr. Gisela Hagenau, Mitbegründerin und Aktivistin der „Cappella Villa Duria“, nannte vor Beginn des Requiems die Gründe für die Widmung des Konzerts für Kurt Moll, der kürzlich verstorben war. „Der Ausnahmesänger Kurt Moll war als einer der besten Bässe unserer Zeit auf allen großen Bühnen der Welt zu Hause“, sagte Hagenau.

Hilfe bei Musik-Projekten

Und sie erinnerte an die vielen Verbindungen des Verstorbenen in Düren, bei denen er die CVD und viele andere Institutionen wie beispielsweise Schüler des Stiftischen Gymnasiums bei musikalischen Projekten beraten hatte.

Und das Requiem – das kann man vorwegnehmen – wurde zu einer grandiosen Hommage, bei dem sich unter der zuverlässigen Leitung von Johannes Esser Orchester, Chor und vier sehr gute Solisten (Katharina Bergrath, Sopran, Angelika Farrensteiner, Alt, Jens Lauterbach, Tenor, und Hee Kwang Lee, Bass) auf Augenhöhe begegneten. Sänger und Orchester agierten wie ein großes Instrument, bei dem manchmal – wenn vom Komponisten vorgegeben – einzelne Instrumente oder Instrumentengruppen eigene Wege gehen wollten.

„Dies irae, dies illa“, ein Aufschrei aus dem Jammertal. Stimmen und Instrumente sind laut, wehklagen, gehen durch Mark und Bein. Wechsel zu tiefen Tönen. Posaune und Bass beruhigen nicht, sondern demonstrieren das Unausweichliche, das Endgültige, den Tod. Chor, Orchester und Solisten erzeugen eine unbeschreibliche Klangfülle. Die Wechsel von Laut zu Leise, Crescendi und Decrescendi, Sanftheit und Aufbäumen, schnellen und langsamen Passagen und vielem mehr wird an diesem Tag in St. Marien zu gelingenden Standards.

Im Sanctus scheint Hoffnung durch. Sänger und Musiker sind alle „im Einsatz“. Noch sind Rufe aus dem Jammertal zu hören, doch da scheint „ein Licht am Ende des Tunnels“ aufzuleuchten. Das Agnus Dei, die Bitte um Vergebung der Sünden, lässt alle Stimmen rufen. Sie verschmelzen zu einer gewaltigen Einheit. Und das Ewige Licht – die Lux aeterna – winkt in der Ferne als Lohn.

Der CVD unter der Leitung von Johannes Esser ist eine geniale Interpretation des großen, letzten Werks Mozarts gelungen, das der Komponist wegen seines Todes nicht vollenden konnte. Ein Schüler des Meisters, Franz Xaver Süßmayr, soll es fertig geschrieben haben.

Eingeleitet worden war der Konzertabend mit „Stabat Mater“ von Josef Gabriel Rheinberger. Das Werk erzählt die Geschichte Marias, der Mutter Jesu, unter dem Kreuz. Chor und Instrumente malten die Atmosphäre des Leidens und Sterbens sehr dicht, vermittelten Eindrücke des Karfreitags und der Todesstunde Jesu.

Laute Klagen des Soprans, dumpfes Aufbegehren von Bass und Tenor. Chor und Orchester malen das Bild Mariens unter dem Kreuz, das Worte und Gemälde nur ansatzweiseweise wiedergeben können.

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